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Energieprobleme prägten die Saisoneröffnung „Tag der offenen Gärtnerei“

Am vergangenen Wochenende war in der Gärtnerei Sperl in Kleinmühlingen, zwischen Schönebeck und Calbe (Sachsen-Anhalt) gelegen, Volksfest, Verkaufstag und erfolgte Diskussion über gärtnerische Probleme gleichermaßen. Zum „Tag der offenen Gärtnerei“ hatte sich der Betrieb fein herausgeputzt, es gab Essen und Trinken, Musik und offene Gewächshäuser, die sich schnell mit Kunden füllten. Die Kasse klingelte. Bei Inhaber Georg Sperl und seinen Gästen, der Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt, Petra Wernicke, dem Präsidenten des Landesverbandes Gartenbau Sachsen-Anhalt, Herbert Bruchmüller, und den vielen Leuten aus Ämtern und Produktionsbetrieben gab es freilich Sorgenfalten, die auf die stetig steigenden Energiepreise zurückzuführen sind. Als Damoklesschwert, speziell für die Unterglasbetriebe, bezeichnete Wernicke in diesem Rahmen das Problem Mineralölsteuerrückerstattung: Sie hoffe auf ein gutes Ende. Diskussionspunkt Nummer eins waren aber die Möglichkeiten zum Einsatz von erneuerbaren Energien, denn jeder weiß – billiger werden Öl oder Erdgas nicht. Sperl bewirtschaftet neben der Gärtnerei noch 13 Hektar Land. Hier könne er Getreide anbauen und das Erntegut zur Energiegewinnung verbrennen, meinte der Gärtner. Auch andere Berufskollegen denken an diese Variante, und die Ministerin verwies in der Sache auf ein Pilotprojekt in der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau in Bernburg-Strenzfeld. Es gebe zwar von vielen Seiten Zustimmung (wenn auch mit Schmerzen: Brotgetreide in den Ofen), aber die erforderlichen Gesetze bezüglich Emissionen seien noch nicht komplett. Wie Wernicke mitteilte, diskutiere man jetzt nach der Landtagswahl über neue Förderprogramme, auch im investiven Bereich für den Gartenbau. Bruchmüller beklagte die Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Denen fehle es immer mehr an Geld. Speziell für dieses Jahr sieht der Verbandschef eine Verlängerung der Beet- und Balkonpflanzensaison. Die Violen und Primeln seien erst sehr spät verkauft worden und würden so schnell nicht durch die traditionellen Beet- und Balkonpflanzen ersetzt. So seien die Gärtner gut beraten, diese Pflanzengruppe länger als sonst anzubieten.