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Energieversorgung: Zurück zur Kohle

Erfurt. Diplom-Ingenieur Andreas Palinske produziert am Stadtrand von Erfurt auf 1,2 Hektar unter Glas Zierpflanzen-Fertigware und Jungpflanzen, und erklärt, wie er der Energie-Problematik begegnet. Im November 2006 nahm Palinske ein Blockheizkraftwerk (BHKW) auf der Basis Palmöl in Betrieb. Es lieferte 60 Prozent der in seinen Häusern benötigten Wärmeenergie. Den Strom verkaufte er komplett. Das Palmöl kostete damals pro Tonne 550 Euro, stieg zwischenzeitlich auf 1.100 Euro und bewegt sich derzeit bei knapp 800 Euro. "Das war nicht vorauszusehen", sagt Palinske, "dieser Preis lässt sich auch nicht durch den verkauften Strom ausgleichen." Palinske wird das BHKW weiter vorhalten und betreiben, wenn der Preis für das angebotene Öl einen wirtschaftlichen Einsatz ermöglicht. Er hat auf der Basis der für seinen Betrieb erforderlichen Wärmeenergie, den Kosten für die unterschiedlichen Energiequellen und den Einnahmen für seine Produkte empirische Daten erhoben und kam nun zu dem Schluss, Steinkohle als Energieträger einzusetzen. Die sei in Europa ausreichend verfügbar und nicht den Preisturbulenzen ausgesetzt, wie Öl oder Gas und nun leider auch Palmöl.

Die Investition heißt für ihn: Kohle-Heizkessel. Der wird in das vorhandene Leitungssystem eingebunden (dazu zählt auch der vorhandene Wärmespeicher), er lässt sich nahezu automatisch steuern, wie das BHKW, und erreicht einen hohen Wirkungsgrad. Das Abgas wird gefiltert - der Umwelt zuliebe. Denn an dem Schutz der Umwelt ist dem Gärtner besonders gelegen. Natürlich hofft er, dass sich die Preise für Steinkohle zumindest in den fünf Jahren nach der Inbetriebnahme des Kessels nicht sprunghaft verändern. Dieses Risiko bleibt, hat aber längst nicht den Gefährlichkeitsgrad wie die Bewegungen bei Öl und Gas.

Die Anbaustruktur wird Palinske der Gegebenheit anpassen. Das heißt, weniger Kalthauskulturen: Primeln will er zum Beispiel gar nicht mehr anbauen, aber verstärkt Kulturen, die einen vergleichsweise hohen Wärmebedarf haben, wie Euphorbien. Pelargonien plant er, früher auf den Markt zu bringen als bisher. Palinske geht davon aus, dass sich die Investition in die Kohlenutzung einerseits und die Veränderung im Anbauspektrum andererseits relativ kurzfristig amortisieren wird. Eine Rolle spiele dabei auch, dass er voraussichtlich ein Förderprogramm des Landes Thüringen nutzen kann.