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Entente Florale: Hemmschwelle für Bewerbungen gesenkt

Aktuell befinden sich viele Kommunen in einer prekären Haushaltslage, die ihnen eine Teilnahme am Wettbewerb Entente Florale häufig als nicht leistbar erscheinen lässt. Die Auflösung vieler Grünflächenämter wirkt sich nachteilig auf die Grünentwicklung in den Kommunen aus, der Spielraum für zusätzliche Aufgaben scheint gering. Eine rückläufige Anmeldezahl zum Wettbewerb während der vergangenen Jahre spiegelte diese Situation wider. 

Heike Boomgaarden erläutert der Jury bei ihrem Besuch in Andernach den Esstisch, der im Rahmen eines Workshops zum Thema Permakultur entstand. Foto: Entente Florale

Der Wettbewerb startete 2001 mit einer sehr guten Anmeldezahl und pendelte sich über viele Jahre bei 20 bis 25, später bei rund 15 Teilnehmern ein. Mehr als 250 Städte und Gemeinden haben sich in den vergangenen zehn Jahren am Wettbewerb Entente Florale beteiligt.

Im Wettbewerbsjahr 2011 wurde nach zehn Jahren viel Energie in das Weiterentwickeln des Wettbewerbs und das Umstellen des Erscheinungsbildes gesteckt. Umso erfreulicher stimmt die ausgewogene Anmeldezahl für den Wettbewerb 2012 und bestätigte, dass sich die vorgenommenen Neuerungen gelohnt haben: 16 Kommunen sind in diesem Jahr dabei.

„Wichtig in dieser Situation war es, nach zehn Jahren zu überprüfen, ob die hochgesteckten Ziele und anspruchsvollen Bewertungskriterien des Wettbewerbs der aktuellen Lage in den Kommunen entsprechen und nicht abschreckend wirken. Es ging darum, die Kommunen davon zu überzeugen, dass sich ihre Anstrengungen bei der Aufwertung des Stadtbildes im Allgemeinen und des städtischen Grüns im Besonderen auszahlen und dem Gemeinschaftssinn der Stadt einen neuen Schub verleihen können. Und dass der Wettbewerb nicht teuer sein muss, wenn er als Gemeinschaftsprojekt von Verwaltung, Wirtschaft und Bürgern gesehen und angegangen wird.

Mit einem neuen Kommunikationskonzept, frischem Corporate Design und Überzeugungsarbeit in den Kommunen durch unsere neuen Grün-Botschafter ist uns dies gelungen. „Wir sind sicher, dass Entente Florale auch künftig ein wichtiges Instrument nachhaltiger grüner Stadtentwicklung sein wird“, beschreibt Franz Jäger, neuer Vorsitzender des Komitees von Entente Florale, die Anstrengungen des vergangenen Jahres.

Der Aufwand für Städte und Gemeinden wurde infolgedessen bei der Anmeldung durch ein vereinfachtes Bewerbungsverfahren herabgesetzt: Angaben werden in Stichworten oder durch Ankreuzen gemacht statt wie bisher in vollständigen Sätzen. Der Umfang des Bewerbungsformulars ist von etwa 15 auf fünf Seiten gesunken.

Als zusätzliche Hilfestellung steht interessierten Kommunen das Projekthandbuch zur Verfügung. Darüber hinaus können sie eine individuelle Beratung durch einen der Grün-Botschafter in Anspruch nehmen. Sie stehen den Kommunen mit Rat und Tat zur Seite und wissen das Grün-Potenzial einer Stadt oder Gemeinde einzuschätzen.

Äußerlich startete Entente Florale mit einem frischen und neuen Corporate Design in die neue Dekade. Es dominiert ein sattes, hoffnungsvolles Grün mit farbenfrohen, blumigen Inspirationen aus den Teilnehmerstädten. Mit dem neuen Slogan „Gemeinsam aufblühen“ werden die beiden Aspekte des Wettbewerbs angesprochen: die Wirkung von Pflanzen und die Chance des gemeinsamen Handelns.

Der Internetauftritt ist ebenfalls neu gestaltet und zeigt interessierten Städten und Kommunen, womit ehemalige Teilnehmerkommunen gepunktet haben. Zum Start des Wettbewerbsjahres lagen zudem eine neue Broschüre und ein Info-Flyer vor. Eine wichtige Zielsetzung während des gesamten Jahres war es, parallel zum Umstellen des Corporate Designs die Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren. Mit zahlreichen Pressemitteilungen, Sondertexten und einem Artikel in einer grünen Fachzeitschrift sowie mit dem Auftritt auf drei Fachmessen war Entente Florale außerordentlich präsent.

Am Wettbewerb Entente Florale 2012 zum Schwerpunktthema „Biologische Vielfalt fördern“ nehmen in diesem Jahr folgende Kommunen teil und stellten sich der Jury: Alfter, Andernach, Bad Bentheim, Bad Essen, Bad Malente, Bad Schwalbach, Steglitz-Zehlendorf (Stadtteil Berlin), Böhl-Iggelheim, Dresden, Ettenheim, Ortenberg, Schlüchtern, Traunstein, Wangerland, Waren, Wurzen.

Als Anerkennung für die Anstrengungen der Kommunen werden Medaillen und Sonderpreise verliehen. Im diesjährigen Wettbewerb wird erstmals neben dem Sonderpreis des Bundeslandwirtschaftsministeriums und des Bundesumweltministeriums ein Sonderpreis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ausgeschrieben sein (wir berichteten in der TASPO 20/12).

Aus dem Kreis der Goldmedaillengewinner wird, wie in jedem Jahr, ein Vertreter für den europäischen Wettbewerb Entente Florale ermittelt. Die Ergebnisse werden auf der offiziellen und festlichen Abschlussveranstaltung am 21. August 2012 im ZDF Fernsehgarten in Mainz bekannt gegeben.

In Kürze startet bereits der Aufruf zum Wettbewerb 2013. Anmelden können sich Kommunen bis zum 30. November dieses Jahres. Die Jury bereist die Bewerberkommunen Ende Juni/Anfang Juli 2013. Die Preisverleihung findet im August 2013 statt.

Weitere Infos zur Anmeldung unter www.entente-florale.de oder bei Viola Krug-Gbur (Projektleitung) unter Tel.: 030-2 00 06 51 20. (ts)