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Entstehen Glasgiganten in Sachsen?

Zwei Gewächshaus-Großprojekte sind derzeit in Sachsen im Gespräch. Es geht um eine Neun-Hektar-Anlage im Gewerbegebiet Indu-Park von Rossau und um eine 180-Hektar-Gewächshausfläche in Zorbau bei Leipzig. Die Planungen sind in unterschiedlichen Stadien. Einen ersten Spatenstich oder eine Grundsteinlegung gab es nach Recherchen der TASPO bei beiden Vorhaben noch nicht.

Investor in Rossau ist die Firma New Energy London. Sie unterhält in Rossau ein Tochterunternehmen, welches von Klaus Eckelmann als Direktor geleitet wird. Ein Anbau von Tomaten ist laut Eckelmann nicht möglich, weil der gesamte Dachbereich von einer Photovoltaikanlage bebaut wird. Er könne sich aber durchaus die „Dunkelkultur“ Chicoree vorstellen, sagte Eckelmann gegenüber der TASPO. Interesse an der Abnahme der Produktion hätten bereits Edeka, Aldi und Norma gezeigt. Der Gemeinderat habe dem Bauvorhaben zugestimmt.

 

Das gigantische Projekt Zorbau mit 180 Hektar unter Glas steht unter Regie der Esbro Investment Gruppe. Gebaut werden soll in drei Etappen von je 60 Hektar. Man hoffe, sagte Projektleiter Gerrit Jan Broeze, dass noch 2011 Baubeginn sei und im Jahr danach die erste Ernte erfolgen könne. Es gebe Interesse von holländischen, belgischen und deutschen Erzeugern. Die Rede ist derzeit von Tomaten- und Paprika-Anbau. Broeze sprach von einer neuen Form des Unternehmertums: Die Vertriebsorganisation solle mit in die Gewächshausanlage investieren, und die Produzenten sollten sich ihrerseits bei den Vertriebsorganisationen einbringen.

Abwärme und CO2 kommen von der vor Ort angesiedelten Thermischen Restabfallbehandlungsanlage SITA. Sie ist seit Juni 2005 in Betrieb und verarbeitet jährlich 300.000 Tonnen Restabfall. Broeze bezeichnete mit dieser Form der Kooperation den Standort als ein „Full-Service-Gebiet“ für die Erzeuger.