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Entwicklung des hessischen Zierpflanzenbaus: Weniger Gewinn, konstanter Umsatz

Die von der Buchstelle für Gartenbau (BFGS, Bad Homburg) zusammen mit der in Frankfurt/Main ansässigen Gartenbau-Unternehmens-Beratungsgesellschaft GUB jeweils im Januar zum Hessischen Gartenbautag herausgegebene Prognose "Entwicklung des hessischen Zierpflanzenbaus" geht fürs Jahr 2009 von einem fast gleichen Umsatz, aber niedrigeren Gewinn als 2008 aus.

Neun von 19 Zierpflanzenbaubetrieben, deren Buchführungsergebnisse für diese Prognose analysiert wurden, erzielten demzufolge weniger Umsatz als 2008. Bei vier Betrieben entsprach der Umsatz fast genau demjenigen aus dem Jahr zuvor. Sechs Betriebe konnten ihren Umsatz steigern. Der durchschnittliche Zierpflanzenbaubetrieb in Hessen erreichte laut der Auswertung im Jahr 2009 einen Umsatz (Unternehmensertrag) von 378.000 Euro. Im Jahr zuvor waren es 379.000 Euro.

Der ungewöhnlich hohe Umsatz aus dem Jahr 2007 - nämlich 393.000 Euro - wurde damit zwar bei Weitem nicht erreicht, aber der langfristige Durchschnitt ebenso deutlich übertroffen. Der durchschnittliche Gewinn dieser 19 Betriebe sackte ab von guten 41.000 Euro (2008) auf 36.000 Euro. Dementsprechend war auch der Cash-Flow niedriger als 2008. Er fiel von 52.000 Euro auf 47.000 Euro (Cash-Flow = Gewinn plus Absetzung für Abnutzungen, also AfA). Das verschlechterte Betriebsergebnis im Vergleich zu den Ist-Werten aus dem Jahr 2008 lässt sich aber weder auf weniger Verkäufe noch auf höhere Aufwendungen zurückführen, sondern hauptsächlich auf niedrigere "Sonstige Erträge". Sie waren im Durchschnitt der 19 Betriebe um 8.000 Euro kleiner als im Jahr 2008.

Dagegen waren sowohl der Materialaufwand (178.000 Euro) als auch der Personalaufwand (79.000 Euro) um jeweils 1.000 Euro niedriger als im Jahr zuvor. Der Materialaufwand macht damit weiterhin 47 Prozent, der Personalaufwand 21 Prozent des Umsatzes aus. Der Aufwand für Zinsen stieg von 7.000 auf 8.000 Euro. Für den Betriebsaufwand ist ein Anstieg von 75.000 auf 76.000 Euro angegeben. Die Abschreibungen schlugen wie im Jahr zuvor mit 11.000 Euro zu Buche.

BFGS und GUB fassten die Ergebnisse der Analyse mit folgenden Schlagworten zusammen:

- gleichbleibender Umsatz;

- gleichbleibender Material- und Personalaufwand;

- geringerer Gewinn und Cash-Flow.

Seit dem Jahr 1991 werden die aktuellen Buchführungsdaten der gleichen Zierpflanzengärtnereien sofort nach dem Jahreswechsel analysiert und daraus die "Prognose für einen durchschnittlichen Zierpflanzenbaubetrieb in Hessen" erstellt. Wegen der kleinen Anzahl von Betrieben liegt damit zwar keine statistisch genaue Berechnung vor, trotzdem lassen sich Tendenzen erkennen.

In den meisten Jahren kamen die Ergebnisse der Prognose den späteren endgültigen Ergebnissen sehr nahe. Das durchschnittliche Umsatzniveau der betreffenden Betriebe ist seit 1991 leicht steigend. Im Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2009 beträgt es 353.000 Euro (2009 = 378.000 Euro). Den niedrigsten Umsatz gab es im Jahr 1996 (332.000 Euro), den höchsten dagegen im Jahr 2007 (393.999 Euro).

Dagegen blieb der Gewinn dieses durchschnittlichen hessischen Zierpflanzenbaubetriebs in den 19 Jahren fast konstant, obwohl es von Jahr zu Jahr ein gewisses Auf und Ab gab. Der Durchschnittswert aus den 19 Jahren beträgt etwas weniger als 37.000 Euro und ist somit fast gleich wie der für 2009 prognostizierte Gewinn von 36.000 Euro. Den höchsten Gewinn verzeichnete man im Jahr 1997 (50.000 Euro), den niedrigsten im Jahr 2003 (27.000 Euro).

Ähnliche Ausschläge zeigen sich beim Cash-Flow, nämlich von 41.000 Euro (1996) bis 70.000 Euro (1997).