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Erfahrungsbericht: Callunen im Pottburri-Topf fürs Grab

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Um der immer weiter wachsenden Plastikflut entgegenzuwirken, soll der Kulturtopf aus Kunststoff weitmöglichst durch biologisch abbaubare Kulturtöpfe ersetzt werden – eine Zielsetzung, die sich derzeit noch in einer gewissen Erprobungsphase befindet. Friedhofskultur-Autor Norbert Elgner hat einen Selbstversuch gestartet um zu sehen, wie sich Callunen verhalten, wenn sie im Pottburri auf Grabstätten ausgepflanzt werden und welche Vorteile damit für den Friedhofsgärtner verbunden sind.

Grabstätten mit Callunen im Pottburri und im Plastiktopf bepflanzt

Der Pottburri ist ein marktfähiger, bereits praxiserprobter, biologisch voll abbaubarer Kulturtopf aus Sonnenblumenschalen, Maisstärke und einem Steinpulver als mineralischer Füllstoff. Im Rahmen eines Selbsttests wurden zehn Callunen mehrfarbig im Zwölf-Zentimeter-Pottburri mitsamt dem Topf am 29. September 2020 auf einer Grabstätte ausgepflanzt. Parallel dazu wurde eine zweite Grabstätte ebenfalls mit zehn mehrfarbigen Callunas bepflanzt, die jeweils aus dem Zwölf-Zentimeter-Plastiktopf ausgetopft wurden. Diese Grabbepflanzung diente als Kontrollparzelle.

Direktes Einpflanzen bringt Zeitersparnis für Friedhofsgärtner

Mit dem direkten Einpflanzen der Callunas ergibt sich für den Friedhofsgärtner eine Zeitersparnis, die normalerweise fürs Austopfen der Pflanzen im herkömmlichen Verfahren erforderlich ist. Zu berücksichtigen dabei ist vor allem das oft sehr zeitraubende Entwurzeln des aus den Plastiktöpfen austretenden Wurzelwerks, ehe die Pflanzen überhaupt ausgetopft werden können. Zwar gibt es einige Friedhofsgärtner, die dafür Eigenkonstruktionen einsetzen, mit einem Bürstenaufsatz auf einer Bohrmaschine. Diese Konstruktionen sind aber auch nicht immer und überall einsatzbereit. Der erforderliche Zeitbedarf für das Entwurzeln und Austopfen der Kontrollpflanzen ergab rein rechnerisch 4,17 Stunden pro 1.000 Pflanzen. Hinzu käme noch der erforderliche Zeitaufwand für das Einsammeln der Plastiktöpfe einschließlich deren Entsorgung, der in diesem Falle bei der Testpflanzung nicht miterfasst wurde.

Pottburris am Ende des Tests „mürbe“

Während der Herbst- und Wintermonate ergaben sich zwischen den beiden Vergleichsparzellen keine Unterschiede, weder was den Zustand der Pflanzen anbelangt, noch hinsichtlich ihrer Pflege, etwa in puncto zusätzlicher Gießarbeiten. Der spannende Moment ergab sich am Ende des Tests Anfang März. Beim Abräumen der Bepflanzung in der Testparzelle zeigten sich die Pottburris zwar „mürbe“ und zerfielen bereits bei sanftem Druck. Dennoch war der Abbauprozess noch nicht so weit fortgeschritten, um das Material direkt mit in den Boden einzuarbeiten, etwa für die nachfolgende Frühjahrsbepflanzung. Dagegen steht einer Entsorgung zusammen mit den abgeräumten Pflanzen über die Abfallsammelstelle des Friedhofs nichts im Wege, beziehungsweise einer Entsorgung über den Grünabfall mit Zuführung in eine Kompostieranlage. Damit hat der verrottbare Topf im Wesentlichen seine nachhaltige Aufgabe erfüllt, nämlich der umweltbelastenden Plastikflut im branchenspezifischen Rahmen entgegenzuwirken.

► Den kompletten Testbericht zur Grabbepflanzung mit Callunen im Pottburri lesen Sie in der Friedhofskultur-Ausgabe 6/2021.

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