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Erfurt: Muslimisches Grabfeld

Das Interesse an Führungen über den 60 Hektar großen Erfurter Hauptfriedhof und anschließende Diskussion zum jeweiligen Thema ist bei den Bürgern ungebrochen. Knapp 100 kamen jetzt zum Besuch des islamischen Grabfeldes und zum anschließenden Gespräch, bei dem auch Imam Abdullah Dündar Rede und Antwort stand. „Es war gar nicht so einfach, einen Platz für das Grabfeld zu finden“, sagte Friedhofsleiter Jens Kratzing. Es durfte noch nicht belegt gewesen sein und musste das ewige Ruherecht gewährleisten. Zum Begriff „ewig“ sagt Kratzing, es werden Grabnutzungsrechte entsprechend der Bestimmungen vergeben, und die können beliebig verlängert werden, natürlich gegen Gebühr. Zu Beginn 2001 war unklar, wie viele Beisetzungen erfolgen würden. Heute weiß man, deren Zahl hält sich in Grenzen. Zum einen gibt es in Thüringen wesentlich weniger Muslime als in anderen Bundesländern, und zum anderen lassen sich viele Verstorbene in der Heimat beisetzen. Nicht jede der 16 Grabstellen ist mit einem Grabmal versehen, und sie sind überhaupt sehr unterschiedlich, was die Gestaltung (und die Pflege) betrifft. Auch Konvertierte liegen hier – natürlich ohne christliche Symbole am Grab. Alle in Thüringen Verstorbenen werden im Sarg beigesetzt. Leider, sagt der Imam, aber das 2004 beschlossene Bestattungsgesetz des Landes lasse eine Beerdigung im Tuch nicht zu. Es tue dem Glauben aber keinen Abbruch. Bestatter Alexander Friebe kümmert sich im Raum Erfurt um die Beisetzung der muslimischen Verstorbenen. Man bemühe sich natürlich um die Beerdigung innerhalb von 24 Stunden nach Eintritt des Todes. In der Regel gehe das auch. Die Formalitäten mit den Angehörigen zu erledigen bereite keine Probleme. Er genieße das Vertrauen der Muslime.