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Erhalt historischer Sorten zum Schutz der Vielfalt

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Der Erhalt historischer Sorten und ihre Potenziale für den Gartenbau standen im Fokus eines zweitägigen Symposiums des Netzwerks Pflanzensammlungen. Zudem wurde die historische Pelargonien-Ausstellung „Form, Farbe, Duft“ der DGG-Fachgruppe Pelargonien erstmals in Berlin vorgestellt.

Ein Teil der Pelargonien-Sammlung im Netzwerk Pflanzensammlungen. Foto: Andreas von der Beeck

In diesem Zusammenhang zeigte Andreas von der Beeck, Pelargonien-Sammler und Mit-Initiator der DGG-Fachgruppe, (historische) Trends rund um die beliebte Zierpflanze auf. „Die erfolgreiche Etablierung der DGG-Fachgruppe Pelargonien zeigt uns, dass Pflanzensammlungen Zukunft haben“, so Lüder Nobbmann, Vorsitzender der 2009 in der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft (DGG) gegründeten BundesArbeitsgemeinschaft PflanzenSammlungen.

Viele alte Sorten unwiederbringlich verloren

Neben Pelargonien ging es bei dem Symposium auch um Schneeglöckchen, Leberblümchen und Iris. Am Beispiel von Iris susiana – 1570 nach Deutschland eingeführt und inzwischen unwiederbringlich verloren – machte das Netzwerk Pflanzensammlungen deutlich, wie wichtig der Erhalt alter Sorten und der damit verbundene Schutz der Vielfalt sind.

Thema des Symposiums waren darüber hinaus unterschiedliche Erhaltungs- und Vermarktungsstrategien von nationalen Genbanken, Heilpflanzenproduzenten und privaten Vereinen aus Schweden, England, der Schweiz und Deutschland zur Sicherung der biologischen Vielfalt sowie das Aufzeigen von Potenzialen und besonderen Merkmalen für Gartenbau und Medizin.

„Das Netzwerk Pflanzensammlungen ist eine Erfolgsgeschichte und passt gut in die Tradition des Gründungsvaters der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft, Alexander von Humboldt, der unzählige Pflanzen sammelte und nach Europa einführte“, so DGG-Präsident Prof. Dr. Klaus Neumann.

Datenbank des Netzwerks Pflanzensammlungen umfasst über 43.000 Arten und Sorten

Im Netzwerk Pflanzensammlungen engagieren sich derzeit 360 Sammler. In der Datenbank sind aktuell über 43.000 verschiedene Arten und Sorten für jedermann zugängig, außerdem konnten besonders wertvolle, in ihrem Bestand gefährdete Pflanzensammlungen nachhaltig gesichert werden.

In Zusammenarbeit zweier Phlox-Expertinnen will die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft zudem in naher Zukunft eine internationale Checkliste mit 1.500 korrekt beschriebenen Phlox-Sorten herausgegeben, wie Projektleiterin Bettina de la Chevallerie in Aussicht stellte.