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Erntebericht 2008: Weniger Obst und Gemüse

Die Obsternte litt 2008 regional unter Frost- und Hagelschäden zu entscheidenden Wachstums- und Reifezeiten. Generell müssen die Obstbauern in Deutschland deshalb mit einer geringeren Ernte als im Vorjahr rechnen, stellt der Deutsche Bauernverband (DBV) in seinem Erntebericht fest. Entsprechend gestiegen sind die Verbraucherpreise. Die Gemüseanbauer verzeichnen ebenfalls ein geringeres Ergebnis. Regional erhebliche Frostschäden bis hin zu Totalausfällen wurden insbesondere beim Steinobst - Süß- und Sauerkirschen sowie Pflaumen - verzeichnet. Die deutschen Obstbauern mussten 2008 größere Hagelschäden erleben als im Vorjahr, besonders im Westen und Süden, wobei es regional zu Totalausfällen bei Erdbeeren und Äpfeln gekommen ist.

Bei Äpfeln wächst in Deutschland 2008 eine Erntemenge von rund 945.000 Tonnen heran, das sind zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. In der Europäischen Union wird die Apfelernte 2008 für die 27 Mitgliedstaaten 9,977 Millionen Tonnen betragen und damit um 14 Prozent höher ausfallen als 2007. Bei Birnen liegt die deutsche Ernte bei 46.000 Tonnen, das sind etwa 19 Prozent weniger als im Vorjahr. In der EU werden mit 2,160 Millionen Tonnen etwa 14 Prozent weniger Birnen als im letzten Jahr erwartet.

Die Ernte von Süßkirschen fällt frostbedingt kleiner aus. Mit rund 20.000 Tonnen wurden nur 60 Prozent der Vorjahresmenge geerntet. Mit 18.000 Tonnen Sauerkirschen wurde mehr als ein Drittel weniger Sauerkirschen als im Vorjahr (29.000 Tonnen) geerntet: Der Grund waren Frost, starker Fruchtfall im Juni und eine um drei Prozent geringere Anbaufläche. Bei Pflaumen wird ebenfalls eine sehr geringe Ernte im Jahr 2008 erwartet. Sie dürfte bei rund 37.000 Tonnen liegen und damit das Vorjahresergebnis mit 65.000 Tonnen um fast die Hälfte unterschreiten. Die diesjährige Erdbeerernte lag knapp unter dem Vorjahresergebnis von 154.000 Tonnen. Auch bei Himbeeren und Johannisbeeren fiel die Ernte etwas kleiner als im Vorjahr aus, bei Heidelbeeren ist ein massiver frostbedingter Ausfall von 20 bis 30 Prozent vorhanden.

Die Gemüse-Saison 2008 begann bei fast allen Kulturen in diesem Jahr früher als im langjährigen Mittel. Starkregen und Hagelereignisse in einigen Regionen, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, verursachten hohe Schäden. Ein Index der Erzeugermarktpreise aus 18 Freilandgemüsearten ohne Spargel lag bis Anfang August über dem Niveau der Vorjahre, inzwischen aber unter dem langjährigen Mittel. Die Spargelernte 2008 lag bei 85.000 Tonnen und damit um etwa zehn Prozent unter dem Rekordjahr 2007. Die Erzeugerpreise lagen im Schnitt auf Vorjahresniveau.

Die Anbauflächen von Zwiebeln wurden mit 8.500 Hektar geringfügig ausgedehnt. Für 2008 wird mit einer leicht über dem Vorjahr liegenden Erntemenge von etwa 390.000 Tonnen gerechnet. Die Erzeugerpreise liegen derzeit unterhalb des Niveaus der vergangenen zwei Jahre. Bei Möhren wird eine Erntemenge nicht wesentlich unter dem Vorjahresniveau von 560.000 Tonnen erwartet. Der Start in die Salaternte war gut bis hervorragend. Ab Ende Mai gab es einen starken Preiseinbruch, der bis heute anhält. Beim Eissalat und beim Kopfsalat wird die Saison 2008 noch schlechter bewertet als das bisher schlechteste Jahr 2004. Starke regionale Ertragsausfälle durch Unwetter wie am Niederrhein verschlechtern die Stimmung der Bauern mit Salatanbau in diesem Jahr. Blumenkohl, Broccoli und Kohlrabi erzielten bislang meist zufriedenstellende Preise, obwohl derzeit beim Blumenkohl eine Angebotsschwemme mit einem einhergehenden Preisverfall zu verzeichnen ist.

Die Erzeugerpreise für Salatgurken aus dem Unterglasanbau stehen stark unter Druck. Der Preisverfall sorgt für Erzeugerpreise derzeit unter den Gestehungskosten.