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Erntehelfer: Neue Eckpunkteregelung lässt noch Fragen offen

Saisonarbeiter und Sozialversicherungspflicht waren die zentralen Themen der vergangenen Wochen, wo immer Gärtner zusammenkamen. Die Eckpunkte-Regelung in der jetzigen Form sei nicht ideal, teilweise auch hart. Ursprünglich waren aber noch viel größere Einschnitte gefordert, betonte Josef Klein, Präsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer, bei Tagungen der jeweiligen Gruppen. Gerade, wer seine Anbauflächen ausgeweitet habe, den treffe es besonders schwer, so Klein.

Die Zahl der ausländischen Erntehelfer ist auf 80 Prozent ohne Arbeitsmarktprüfung und maximal 90 Prozent mit Prüfung der Zulassungen des Jahres 2005 gedeckelt. Viele Details der Regelung sind noch nicht geklärt, so Peter Muß vom Provinzialverband. Basis ist die Zuteilung 2005, aber was darunter zu verstehen ist, darüber sind sich die verschiedenen Arbeitsagenturen nicht einig. Betriebe sollten möglichst volle 90 Prozent beantragen. Kleinbetriebe bekommen maximal vier Saison-AK garantiert, neu gegründete Betriebe ebenfalls. Zurzeit laufen viele Gespräche mit den Arbeitsgemeinschaften und Agenturen vor Ort, um Hartz-IV-Empfänger freiwillig ohne Zwang zum Ernteeinsatz zu bewegen.

Die Spielregeln sind für dieses Jahr festgelegt, sagte Dr. Ludger Wilstacke vom nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerium vor rheinischen Baumschulern. Aus Sicht des Gartenbaus werde es darauf ankommen, die Auswirkungen der Regelung sehr genau zu beobachten, um bei Schwierigkeiten Verbesserungen einfordern zu können. Der erste Schritt muss aber jetzt sein, den engen Kontakt zur Arbeitsvermittlung zu suchen, sagte er. Der Berufsstand sollte zeigen, dass er jederzeit bereit ist, arbeitswillige deutsche Erntehelfer in seinen Betrieben zu beschäftigen. Nur dann bestehen Chancen, die Diskussion für das nächste Jahr noch einmal aufzunehmen.