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Erosionsschutzmatten aus Schafswolle

Wohin mit der Wolle, fragen sich bundesweit viele Schäfer. Denn das Angebot ist groß und der Preis klein, er deckt vielfach kaum die Kosten der Schur. Allein in der thüringischen Rhön fallen pro Jahr etwa 4.000 Tonnen Wolle an. Die Brüder Raik und Jan Holland-Moritz setzten sich das Ziel, diesen nachwachsenden Rohstoff für den GaLaBau und den Gartenbau zu nutzen. In ihrem 2006 gegründeten Betrieb, der Geotex GbR in Dermbach im Dreiländereck Thüringen-Hessen-Bayern, verarbeiten sie die unbehandelte, ungewaschene Rohwolle in einer Spezialmaschine zu Strängen von vier bis zehn Zentimetern Durchmesser, die mit Flachsgarn umsponnen werden. Das Verbinden (Verweben) der Stränge zu Matten erfolgt durch Hanffäden. Eine Mattenrolle kann bei 1,10 Meter Breite in einer Länge bis zu 15 Meter hergestellt werden. Der Abstand zwischen den Strängen richtet sich nach dem Verwendungszweck. Angeboten werden von dem Südthüringer Betrieb Erosionsschutzmatten für die Befestigung von Hängen, Böschungen, Dämmen, Deponien, Halden oder Skipisten. Die Matten können bei Bedarf händisch oder im Anspritzverfahren mit Samen versehen werden. Angeboten wird auch eine Variante, die mit Heu durchsetzt ist, wobei die Ernte des Heu zu einem Zeitpunkt erfolgte, wo die Pflanzen reife Samen hatten. Das ist also eine Art natürlicher Begrünung mit ortstypischen Pflanzen. Die Wollgewebe werden leicht durchwachsen, sie speichern Wasser und leiten es bei Überangebot gleichzeitig ab. Wie die Versuche erwiesen haben, hält das Gewebe so lange, bis die entstandene Vegetation die Böschungsstabilisierung übernommen hat. Ein weiteres Produkt, die Wollfaschine, ist für das Aufbringen extra starker Humusschichten gedacht, zum Beispiel nach Rutschungen. Mit der Firma ZinCo, so die Gebrüder Holland-Moritz, wurden erste Absprachen bezüglich des Einsatzes der Geomatten zur Dachbegrünung getroffen. Eine weitere Gruppe von Geomatten aus Schafwolle lässt sich nach Angabe der Hersteller zur Pflanzenanzucht oder direkt im Pflanzenanbau (zum Beispiel Gemüse) verwenden. Gute Ergebnisse liegen nach ersten Versuchen in Südtirol vor. Als besonderes Plus beim Salatanbau erwies sich für die Matten, dass sie von Nacktschnecken "nicht betreten" werden. Wie die TASPO vom Leiter des Bereiches Gemüsebau der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau (LVG) Erfurt, Martin Krumbein, erfahren konnte, werde die LVG in Kürze Tests mit diesen Matten durchführen.

Am Rohmaterial, der Wolle, fehlt es den Brüdern Holland-Moritz nicht, sogar aus Mecklenburg-Vorpommern kommen hier die Angebote und die ersten und hervorragend gelungenen Anwendungen mit den Geomatten können in Südthüringen besichtigt werden. Aber insgesamt lässt die Auftragslage zu wünschen übrig. So wollen zum Beispiel die Betreiber von großen Gewächshausanlagen wissenschaftlich untermauerte Versuchsergebnisse sehen. Aber dazu reicht die Kraft des jungen Betriebes nicht. So wartet man sehnsüchtig auf das Angebot von Gärtnern, gleich ob sie im Freiland oder unter Glas/Folie wirtschaften, die Geomatten aus Dermbach zu testen. Mehr unter info@geotex-gbr.de