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„Es lebe der Friedhof“ – Friedhofsgärtner wollen mit einer Imagekampagne ihren Aufbruch gestalten

„Es lebe der Friedhof“ – so lautet das Motto einer Imagekampagne des Bundes deutscher Friedhofsgärtner (BdF), die bei der Bundesarbeitstagung am 12. Januar in Leipzig vorgestellt wurde. Leitidee ist es, Gräber sehr individuell zu gestalten.

Der neue Vorsitzende des Arbeitskreises Marketing des BdF, Roland Wagner aus Rheda-Wiedenbrück, fasste die Stimmung wie folgt zusammen: „Alles redet von Wirtschaftskrise, wir Friedhofsgärtner wollen aktiv unseren Aufbruch gestalten.“

Bei der Kampagne geht es den Friedhofsgärtnern darum, ihre Bekanntheit zu steigern und das Produkt eines individuellen Grabes in den Mittelpunkt der Aussage zu stellen. Wagner wird gemeinsam mit seinen Kollegen aus dem Arbeitskreis Marketing und der Geschäftsführung des BdF das Konzept in den kommenden Wochen den Friedhofsgärtnern in verschiedenen regionalen Veranstaltungen vorstellen. Auch auf der IPM kann man sich ein Bild von der Kampagnenkonzeption machen. Die Friedhofsgärtner präsentieren sich dort in Halle 1a „Green City“.

Erwartungsgemäß spielte die Vorbereitung des friedhofsgärtnerischen Teils der anstehenden Bundesgartenschau 2009 Schwerin eine Rolle bei dem Treffen in Leipzig. Der Vorsitzende des BdF-Arbeitskreises Ausstellung und Gestaltung, Josef Knostmann, versprach den Ausstellern: „Wir wollen Ihnen helfen, dass Ihr Engagement die notwendige Aufmerksamkeit in Ihrer Heimatpresse erhält.“

Der Bund deutscher Friedhofsgärtner bietet den Ausstellern gegen Gebühr ein PR-Paket an, das bereits zur Bundesgartenschau 2007 Gera eingesetzt wurde. Zu jedem der drei Bepflanzungszeitpunkte wird eine individuelle Pressemitteilung an die jeweiligen Heimatzeitungen der Aussteller geschickt. 2007 ließen sich dadurch mehrere hundert redaktionelle Veröffentlichungen in Tageszeitungen und Anzeigenblättern generieren.

Laut Mitteilung des BdF war bei der Tagung eine optimistische Grundstimmung zu spüren. Man wolle die eigene Zukunft aktiv gestalten.

Was die Dauergrabpflege angeht, so verlief die geschäftliche Entwicklung laut BdF „sehr unterschiedlich“. Manche Friedhofsgärtner-Genossenschaften und Treuhandstellen würden von zweistelligen Zuwachsraten berichten, andere leichte Verluste vermelden.

Bei der öffentlichen Veranstaltung anlässlich der Bundesarbeitstagung ging es laut BdF-Mitteilung darum, mehr Sensibilität für die menschliche Würde über den Tod hinaus zu wecken.

Albrecht Graichen – Leiter des Leipziger Grünflächenamtes – erläuterte am Beispiel des dortigen Südfriedhofs die Entwicklung der Grabarten über die 120 Jahre seit Bestehen dieses zweitgrößten deutschen Parkfriedhofs. Fanden in dieser Anlage anfangs nur Erdbestattungen statt, haben die Urnenbeisetzungen heute einen Anteil von 92 Prozent.

Diese Entwicklung sieht der Superintendent des evangelischen Kirchenbezirks Leipzig, Martin Henker, mit Besorgnis. Generell hob er die Bedeutung einer würdevollen Bestattung hervor. Wo ein konkretes Grab fehlt, tun sich die Angehörigen im Trauerprozess schwerer.

Der Vorsitzende der Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig, Alfred E. Otto Paul, beschrieb die Entwicklung der Friedhöfe von Zweckeinrichtungen zu Meisterwerken der Gartenkunst und Bildhauerei. Der Verein habe sich der Förderung der Kulturwerte insbesondere am Leipziger Südfriedhof verschrieben.

Nach Aussage des BdF-Vorsitzenden Lüder Nobbmann gilt es, sich gegen Entwicklungen zu stemmen, bei denen der einzelne Mensch nichts mehr wert ist. In einer Bürgerstadt wie Leipzig müssten bürgerliche Werte wieder belebt werden. Die „Totenwürde sei ein Beleg für praktizierte Menschenwürde.