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ESAB 2006 endgültig in Kraft

Seit einigen Jahren hat die beabsichtigte Überarbeitung der „Empfehlungen zum Schutz vor Unfällen mit Aufprall auf Bäume“ (ESAB) in der grünen Branche für allerlei Aufregung gesorgt. Inzwischen sind die Empfehlungen, Ausgabe 2006 fertiggestellt und wurden am 18. September mit Allgemeinen Rundschreiben Straßenbau 15/2006 bekannt gegeben. Die ESAB 2006 wurden von der Forschungsgesellschaft für Strassen- und Verkehrswesen (FGSV) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) überarbeitet. In ihnen werden technische und rechtliche Maßnahmen dargestellt, die zur Verbesserung des relevanten Unfallgeschehens beitragen können. Unter anderem wird festgelegt, wie eventuelle Neu- oder Nachpflanzungen von Bäumen an bestehenden Straßen erfolgen können. Dabei waren die ursprünglich geforderten großen Abstände zwischen Straßenrand und Baumpflanzung Hauptkritikpunkt der grünen Branche, fürchtete sie doch dadurch eine massive Behinderung von Neupflanzungen und eine Gefährdung bestehender Alleen. Aus Sicht des BMVBS wurde mit den ESAB ein vertretbarer Kompromiss zwischen den Anforderungen der Verkehrssicherheit und der Landschaftspflege gefunden.

„Man hätte gut auf die ESAB verzichten können“, kommentierte Jürgen Rohrbach von der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL), zeigte sich aber zufrieden damit, gemeinsam mit anderen grünen Verbänden Schlimmeres verhindert zu haben. Als wichtige Verbesserungen gegenüber dem Entwurf nannte er folgende Punkte:

• Der Pflanzabstand zum Straßenrand ist mit 4,50 Metern festgeschrieben.

• Abkommensunfälle werden dokumentiert, der Gefahrenhintergrund untersucht.

• Es gibt ein Bündel von Maßnahmen, die fallbezogen einzusetzen sind.

• In Alleen oder einseitigen Baumreihen mit Lücken bis 100 Metern dürfen Nachpflanzungen auch in der vorhandenen Baumflucht erfolgen.

• Aus repräsentativen Alleen kann der Verkehr herausgenommen werden.

• Das Entfernen von Bäumen gilt als letztes Mittel.

Die Empfehlungen gelten in erster Linie für Bundesfernstraßen. Im Interesse einer einheitlichen Vorgehensweise empfiehlt das BMVBS den Ländern, die ESAB 2006 auch für Straßen ihres Zuständigkeitsbereichs anzuwenden. Die FLL hat sich in einem Schreiben nun an das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium gewandt, mit der Bitte, die ESAB nicht auch für Landes- und Kreisstraßen einzuführen. Wie Rohrbach informierte, sind auch entsprechende Schreiben an die Verkehrsministerien der übrigen Bundesländer geplant.