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ETFE-Kunststofffolie: Längere Antitauwirkung und recycelbar

ETFE-Folie (Ethylen-Tetrafluorethylen) gibt es auch als Doppelfolie und in nächster Zukunft vielleicht sogar aus wiederverwertetem Material. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr rund sieben Hektar an Gewächshäusern mit diesem Eindeckmaterial gebaut. Patrick Kaufmann von Marubeni Europe PLC in Düsseldorf erläuterte den Einsatz der F-Cleanfolie. Sie wird seit 1985 zum Bedachen von Gewächshäusern in Japan eingesetzt. Der Bedarf hat sich stetig erhöht, lag im Jahr 2006 bei etwa 260 Hektar, davon 250 Hektar in Japan. Hersteller ist Asahi Glass, der seit einigen Jahren auch in Europa anbietet und über Marubeni in Düsseldorf vertreibt. Die Materialstärken betragen 60 und 100 Mikrometer, seit 2006 auch 120 Mikrometer, sind jedoch nur in einer Breite von 235 Zentimeter erhältlich. Die anderen Stärken können auf jedes gewünschte Maß geschweißt oder auf Rollen zu 50 Meter mit einer Materialbreite von 160 Zentimetern geliefert werden. Die Folie ist nach der Herstellung werkseitig mit einer Antitaubeschichtung imprägniert, die etwa zwei bis drei Jahre anhält. Danach muss bei Bedarf ein Antitaumittel aufgebracht werden. Das Forschungszentrum Jülich entwickelt zur Zeit eine dauerhafte und kostengünstigere No-Drop-Beschichtung, so Kaufmann. Die Folie gibt es in klarer und diffuser Version und ist ausgesprochen lichtdurchlässig mit etwa 94 Prozent. Die UV-B Durchlässigkeit liegt nach Messungen des Forschungszentrums Wageningen bei rund 90 Prozent, wodurch freilandähnliche Bedingungen erzielt werden. Bei fachgerechter Installation gewährt der Hersteller eine Garantie von zehn Jahren auf die mechanischen Eigenschaften. In Japan wird die Folie seit fast 20 Jahren eingesetzt, wobei sich die Lichtdurchlässigkeit lediglich um knapp zwei Prozent verändert, so Kaufmann. ETFE ist ein teurer Kunststoff. Versuche hätten gezeigt, dass die Folie auch wieder verwertet werden kann. In naher Zukunft soll die Firma Trifluor in Ochtrup bei Münster eine kostenlose Entsorgung anbieten. Möglicherweise lässt sich daraus dann ein recyceltes Material herstellen. Zukünftige Anwendungen, so Kaufmann, werden für alle Pflanzen gesehen, die Qualitätsansprüche stellen. Wegen der hohen Energiepreise erscheinen Doppeleindeckungen aufgrund von hohem Energieeinsparungspotenzial langfristig am sinnvollsten. Einige Projekte in Deutschland sind im Bau beziehungsweise geplant.