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EU-Kommission: Importverbot für Ficus und Co.?

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Die Europäische Kommission erwägt, ein Importverbot für Hochrisiko-Pflanzen aus Nicht-EU-Ländern zu verhängen, darunter Gattungen und Arten zahlreicher Gehölze wie Acer oder Eucalyptus sowie Ficus und Cycas.

Acer aus Neuseeland, Albizia aus Israel, Bonsai aus Japan: Innenraumbegrüner protestieren ebenso wie Produzenten, Großhändler und gärtnerische Fachorganisationen. Foto: Gabriele Friedrich

Importverbot würde auch Stecklinge und Saatgut treffen

Nach Meinung der EU-Kommission bergen die Hochrisiko-Pflanzen aus Drittstaaten ein besonderes Risiko, um Krankheiten und Schädlinge einzuschleppen, die gefährlich sind für die gesamte EU. Ein Importverbot soll den Schaden abwenden. Betroffen wären davon Bäume und Pflanzen, aber auch Ausgangsmaterial wie Stecklinge oder Saatgut.

Mitte Juli hatte die EU-Kommission eine Konzeptliste veröffentlicht, in der 39 Hochrisiko-Pflanzen wie Acer, Eucalyptus, Ficus und Cycas aufgelistet sind.

Insbesondere niederländische Ficus-Produzenten in Sorge

Die sogenannte EU-Konsultation stand seit der Bekanntgabe bis zum 15. August im Internet. Auf dieser Seite konnten sich Betroffene einschreiben und ihren Kommentar oder ihre Bewertung zu dem Vorhaben abgeben. Inzwischen haben sich dort über 200 Betroffene zu Wort gemeldet.

Insbesondere die niederländischen Produzenten von Ficus sorgen sich über die negativen Auswirkungen eines solchen Importverbots. Sie befürchten eine Einschränkung der Sortimente, Druck auf andere Kulturen, Umsatzverluste, das Risiko von Insolvenz sowie Mitarbeiter entlassen zu müssen.

Nicht nur für die Produzenten, auch für den gärtnerischen Groß- und Einzelhandel sowie für Importeure würden sich nachteilige Folgen ergeben.

Pflanzenschutzpolitik in Europa streng genug?

Die Gärtner sind nach eigenen Angaben davon überzeugt, dass es keine phytosanitären Risiken bei Ficus-Importen aus Drittländern gibt. Aufgrund der strengen Pflanzenschutzpolitik in Europa seien die Risiken bereits auf ein Minimum reduziert.

Die Niederländische Behörde für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz (NVWA) geht von jährlich vier Millionen Ficus und einer Million Cycas-Pflanzen aus, die von niederländischen Unternehmen importiert werden. Große Stückzahlen werden demnach auch von Acer, Jasminum, Ligustrum und Lonicera importiert.

Verweis auf langjährige Handelsbeziehungen

Auch aus Deutschland, Polen, Italien, Belgien, Frankreich, Dänemark, Spanien, Großbritannien oder Portugal äußern sich viele Produzenten und Importeure beispielsweise von Bonsai-Pflanzen von Acer, Albizia oder Robinia besorgt über ein mögliches Importverbot aus Drittländern.

Und Anbieter aus China, Costa Rica, Honduras, Guatemala oder Süd-Korea verweisen auf langjährige problemlose Handelsbeziehungen mit gesunden Pflanzen.