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EU-Kommission legt Plan zur Stärkung der Bio-Landwirtschaft vor

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Dass Bio in Zeiten der Pandemie einen enormen Schub erhalten habe, steht außer Frage. Die EU-Kommission hat in dieser Woche zudem einen Aktionsplan vorgelegt, um die Produktion und den Verbrauch in den kommenden Jahren noch mehr anzukurbeln.

Das ambitionierte Ziel der EU sieht eine Steigerung der Öko-Anbaufläche auf 25 Prozent bis 2030 vor. Foto: Artem Beliaikin/ Pexels

Aktionsplan zur Förderung der Bio-Landwirtschaft

Im Rahmen des European Green Deal hat man sich seitens der Europäischen Kommission das ambitionierte Zeil gesetzt, bis 2030 ein Viertel der gesamten Fläche in der EU ökologisch zu bewirtschaften. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde von EU-Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski ein Aktionsplan zur Förderung der Bio-Landwirtschaft vorgestellt. Mit diesem Plan sollen dem bereits stark wachsenden Bio-Sektor die richtigen Instrumente an die Hand gegeben werden, um das Ziel zu erreichen. In Deutschland hat der Bio-Sektor nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr deutlich an Schub gewonnen (TASPO Online berichtete). Der Aktionsplan beinhalte demnach 23 Maßnahmen in drei Schwerpunktbereichen. Diese sind die Förderung des Verbrauchs, der Ausbau der Produktion und die weitere Stärkung der Nachhaltigkeit.

„Nachfrage muss Wachstum weiter antreiben“

„Um das 25-Prozent-Ziel für die Bio-Landwirtschaft zu erreichen, müssen wir dafür sorgen, dass die Nachfrage das Wachstum des Sektors weiter antreibt. Zugleich müssen wir den erheblichen Unterschieden zwischen den Bio-Sektoren der einzelnen Mitgliedstaaten Rechnung tragen. Der Aktionsplan für die ökologische/biologische Produktion beinhaltet Instrumente und Ideen, mit denen für ein ausgewogenes Wachstum des Sektors gesorgt werden kann“, sagte Wojciechowski bei der Vorstellung des Aktionsplans.

  • Förderung des Verbrauchs: Um den Anteil der Anbauflächen entscheidend zu erhöhen, wird es zwingend notwendig sein, den Verbrauch von Bio-Lebensmitteln zu steigern. Nur dadurch können Produzent:innen dazu bewogen werden, ihre Anbauweise umzustellen. Im Aktionsplan werden daher mehrere Maßnahmen vorgeschlagen, um die Nachfrage zu steigern, das Verbrauchervertrauen zu bewahren und den Verbraucher:innen Bio-Lebensmittel näher zu bringen. Zentrale Punkte sind hier Information und Kommunikation, die generelle Förderung des Verbrauchs von Bio-Erzeugnissen und die Förderung des Angebots in öffentlichen Kantinen.
  • Ausbau der Produktion: In der EU beträgt die Anbaufläche, die ökologisch bewirtschaftet wird aktuell 8,5 Prozent. Verglichen dazu stieg die Fläche in Deutschland im vergangenen Jahr erstmals über zehn Prozent. Betrachtet man aktuell das Wachstum auf EU-Ebene, kann mit einer Gesamtanbaufläche nach Öko-Richtlinien zwischen 15 und 18 Prozent bis 2030 gerechnet werden. Hier sei ein deutlicher Impuls nötig, um das ambitionierte 25-Prozent-Ziel zu erreichen. Als Schlüsselinstrument wird hier die GAP genannt. Derzeit werden rund 1,8 Prozent der GAP-Mittel (7,5 Mrd. Euro) zur Unterstützung der ökologischen Landwirtschaft aufgewendet. Die künftige GAP werde demnach Öko-Regelungen umfassen, die im Zeitraum 2023-2027 – je nach Ausgang der Verhandlungen – mit Mitteln in Höhe von 38 Mrd. Euro bis 58 Mrd. Euro unterstützt werden sollen. Zudem sollen auch hier Informationsveranstaltungen und der Aufbau von Netzwerken eine hohe Wichtigkeit genießen.
  • Stärkung der Nachhaltigkeit: Der Aktionsplan soll zudem auch die Leistungen der ökologischen Landwirtschaft im Hinblick auf die Nachhaltigkeit verbessern. Hier seien vor allem eine Verbesserung der Verfügbarkeit ökologischen Saatguts, die Verkleinerung des CO2-Fußabdruck des Sektors sowie eine Reduktion von Kunststoff, Wasser und Energie zu nennen. Zudem sollen 30 Prozent der Mittel für Forschungs- und Innovationsmaßnahmen eingesetzt werden.

Kommission will Fortschritte aufmerksam verfolgen

Die Mitgliedsstaaten werden demnach von der Kommission aufgerufen, ihre nationalen Aktionspläne zum Ausbau des Bio-Sektors auszuarbeiten. Laut Aussage der EU-Kommission bestehen unter den einzelnen Staaten gravierende Unterschiede in Bezug auf den Anteil der ökologisch genutzten Fläche. Die Werte rangieren hier von 0,5 Prozent bis über 25 Prozent. Die nationalen Aktionspläne für den Bio-Sektor sollen die nationalen GAP-Strategiepläne um Maßnahmen ergänzen, die über die Landwirtschaft und das Angebot im Rahmen der GAP hinausweisen. Die Kommission hat zudem angekündigt, die Fortschritte durch halbjährliche Fortschrittsberichte sowie eine Halbzeitüberprüfung aufmerksam zu verfolgen.

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