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Klima-Wald gegen den Klima-Wandel

Wer Kohlendioxid produziert, sollte auch etwas zum CO2-Abbau tun. Auf diese einfache Idee lässt sich das Projekt "Klimaneutrale Ferien in Mecklenburg-Vorpommern" zurückführen. Angesprochen werden sollen damit die Touristen, die für das Land an der Ostsee einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellen. Beides hat das Land jetzt mit der Schaffung der "Wald-Aktie" verknüpft, die für zehn Euro gekauft werden kann. Die zugrunde liegende Modellrechnung geht so: Eine vierköpfige Familie produziere in einem 14-tägigen Urlaub (bei Anreise aus Deutschland) durchschnittlich 850 Kilogramm Kohlendioxid. Um diese Menge CO2 wieder zu binden sind etwa zehn Quadratmeter Wald erforderlich. Die forstwirtschaftliche Pflege dieser Fläche kostet etwa zehn Euro. Den Startschuss für den ersten Klima-Wald Mecklenburg-Vorpommerns gab Ende November der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, Till Backhaus, mit einer Baumpflanzaktion. Die ersten 100 bei Neustrelitz gepflanzten Bäume (Traubeneichen) wurden allerdings noch nicht von Urlaubern, sondern von Firmen gesponsert.

Da die Lebenserwartung eines Waldes in die Jahrhunderte gehe, trage die Pflanzaktion einen generationsübergreifenden Charakter und stehe für eine zukunftsgerichtete Umweltpolitik des Landes. Drei weitere Wälder sollen entstehen: auf Rügen, auf Usedom und bei Mirow. Das Ministerium möchte die Potenziale zur Verbesserung der CO2-Bilanz nutzen und setzt dabei auf die Hilfe des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, der diesen relativ neuen Ansatz zur gezielten Nutzung von Kohlenstoffsenken unterstützt. Neben dem Verkauf der Wald-Aktien sollen die Urlauber selbst Bäume pflanzen können. Für viele Kinder aus Ballungsgebieten sei dies wahrscheinlich die erste Gelegenheit, Verantwortung für etwas Lebendiges zu übernehmen", wies Minister Backhaus auf den ganz praktischen Umweltbildungsaspekt dieser Aktion hin. Man kann sich eine Hartholzbaumart aussuchen und auch den Pflanzort und somit eine Patenschaft übernehmen. Nach Informationen des Agrarministeriums des Landes sind insgesamt 70 000 Hektar Wald erforderlich, um den von Touristen produzierten CO2-Ausstoß von 530 Millionen Kilogramm pro Jahr auszugleichen. Mit 21,4 Prozent Waldanteil an der Gesamtfläche ist Mecklenburg-Vorpommern eine der waldärmsten Regionen Deutschlands. Waldaktien können - nicht nur von Urlaubern - im Internet bestellt werden unter www.waldaktie.de