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„Bei Obi wird Mitbestimmung mit Füßen getreten“

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Die Gewerkschaft ver.di kritisiert die Baumarkt-Kette Obi scharf. Zankapfel ist die sofortige Schließung des Augsburger Standorts. Wie die Arbeitnehmervertretung vermutet, will sich das Großunternehmen so unliebsamer Betriebsräte entledigen. Alle Mitarbeiter des Standorts wurden mit sofortiger Wirkung freigestellt.

Weniger paradiesisch: Die Gewerkschaft ver.di erhebt schwere Vorwürfe gegen die Baumarkt-Kette Obi. Foto: Obi

Offene Kampfansage an Beschäftigte und Betriebsräte

„Das ist eine offene Kampfansage der Unternehmensführung gegen die Betriebsräte, die Beschäftigten und ihre Mitbestimmungsrechte! Der Gesamtbetriebsrat setzt sich mit seinem Vorsitzenden und seiner Stellvertreterin seit langer Zeit entschlossen gegen die mehrfache Missachtung der Mitbestimmungsrechte bei Obi ein. Und er unterstützt zudem die im Betrieb immer lauter werdenden Forderungen der Beschäftigten nach einem Tarifvertrag“, kommentierte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. „Bei Obi wird die Mitbestimmung mit Füßen getreten“, kritisiert ver.di Fachbereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago.

Obi-Standort Sömmerda ebenfalls von Schließung betroffen

Zudem schließt Obi mit Wirkung zum 1. Juli einen Markt im thüringischen Sömmerda. Die einhergehende Entlassung des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden würde die Position der unternehmensinternen Arbeitnehmervertretung schwächen. Ver.di bezeichnet den Schritt als undemokratisches Vorgehen.

„Obi will Mitbestimmungsstrukturen zerschlagen“

Mehrmals hatten die Beschäftigten der Standorte bereits gestreikt, um ihrem Unmut Luft zu machen, dass Obi keine tarifliche Bezahlung gewährt. „Obi reagiert darauf, indem Mitbestimmungsstrukturen zerschlagen und die Beschäftigten drastisch eingeschüchtert werden sollen. Dieses undemokratische Vorgehen trifft auf unseren entschlossenen Widerstand. Wir fordern die Unternehmensführung auf, die Maßnahmen zurückzunehmen und werden die Kolleginnen und Kollegen in ihrer Auseinandersetzung für demokratische Rechte und Menschenwürde unterstützen!“, so Nutzenberger weiter.

ver.di: Obi lehnt Anerkennungstarifvertrag bisher ohne Gründe ab

Obi habe laut ver.di bisher jegliche Verhandlungen zu einem Anerkennungstarifvertrag ohne Begründung abgelehnt. Gleichzeitig hat der Baumarktriese eine Vielzahl von mitbestimmungspflichtigen Maßnahmen (besipielsweise die Einführung eines Prämiensystems und neue Überwachungstechniken) ohne Beteiligung der Betriebsräte durchgeführt. Eine Vielzahl von gerichtlichen Folgen und Einigungsstellen bei Obi waren die Folge.