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Europa-Park: Grünflächen als Highlight

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Im Freizeitpark und Erlebnisresort Europa-Park in Rust sind nicht nur die über 100 Fahrgeschäfte eine Attraktion. Auch Grünflächengestaltung und Dekoration ziehen die Blicke der 5,5 Millionen Besucher pro Saison auf sich. Sogar Fachleute der grünen Branche kommen, um sich inspirieren zu lassen. Möglich macht das eine parkeigene Gärtnerei mit 45 Festangestellten.

Leiter Jürgen Sedler gibt uns einen exklusiven Einblick in seine Arbeit, die gern auch mal über „das Normale“ hinausgeht. Derzeit setzen die Gärtner auf Gemüse – und treffen damit den Geschmack der Gäste.

Leiter der Gärtnerei seit 1992 im Europa-Park

Rund 100 Hektar Fläche, davon 60 Prozent Grün mit altem Baumbestand, der schon vor dem Freizeit- und Themenpark dort war: Das ist das ganzjährige Revier von Jürgen Sedler und seinem 45-köpfigen Gärtnerteam verschiedenster Fachrichtungen wie GaLaBau, Floristik und Zierpflanzenbau, in denen im Park auch ausgebildet wird. Der Betriebsleiter der Gärtnerei ist gelernter Gärtnermeister und seit 1992 im Europa-Park in Rust bei Freiburg.

In den 3.800 Quadratmeter großen Gewächshäusern der parkeigenen, üppige 15.000 Quadratmeter umfassenden Gärtnerei wird allerdings nicht produziert. „Dort überwintern vor allem unsere Palmen, Oleander oder Zitruspflanzen“, sagt Sedler. „Seit 15 Jahren hat der Park auch im Winter geöffnet. Da fehlt uns die Zeit für eine Produktion, da wir mit Dekoration beschäftigt sind.“

Die meisten Pflanzen kauft er regional, im Umkreis von 20 bis 30 Kilometern, wegen „der kurzen Wege, der schnellen Absprachen und der Flexibilität“. Einige Schmuckstücke kommen aus Italien, Sizilien oder Dänemark.

Gärtner bestimmen Bepflanzung im Europa-Park

„Die Bepflanzung bestimmen wir als Gärtnerei. Wir wissen, was umsetzbar ist und kennen den Pflegeaufwand“, so der Betriebsleiter. Doch zuerst sind es Designer, die an der Spitze des Gestaltungsprozesses der Außenanlagen stehen. Sie erstellen Bilder – „kleine Gemälde“, wie Sedler sie nennt – des zukünftigen Geländes. Danach planen Architekten die Bauten. Landschaftsplaner gestalten Wege, Plätze und Bänke.

An der Fertigstellung des neuen Themenbereiches „Irland – Welt der Kinder“ arbeiteten 60 Gärtner – neben festen auch Saisonkräfte, die bei besonderen Projekten unterstützen. Die Herausforderung war die Fertigstellung im Sommer, so Sedler. „Die Bäume kamen im Topf und nicht als Ballenware.“

Die Vegetation ist der Irlands nachempfunden. Auf 10.000 Quadratmetern wachsen unter anderem 30 Großbäume (25 bis 30 Zentimeter Stammumfang) wie Kiefer, Eiche, Erle, Ahorn und Haselnuss, an die 15.000 Stauden, Farne und Gräser sowie etwa 2.000 Kleinsträucher. Die Bepflanzung wechselt drei Mal im Jahr.

Neue Attraktion im Europa-Park: Traktorfahrt durch Gemüsebeete

Während einer Traktorfahrt in „Old Mac Donald‘s Tractor Fun“ tuckert der Nachwuchs vorbei an Stauden, Malven, Anemonen, Miniobstbäumen, kleinen Spalieren, aber auch an Gemüsebeeten mit Tomaten, Zierkohl und -mais, Auberginen und Kürbissen – und das in 90 Sekunden. Diese eineinhalb Minuten reichen jedoch aus, um die Kleinen für das Grün und besonders für das Gemüse zu begeistern.

„Ab und zu nehme ich mir die Zeit und beobachte die Kids bei ihrer Bauernhof-Tour. Oft höre ich, wie sie aufgeregt rufen: Da ist echtes Gemüse“, freut sich der Gärtnermeister. Das bestätigt ihn in der Auswahl seiner im Alltag doch recht ungewöhnlichen Pflanzenauswahl. „Gemüse liegt im Trend. Die Besucher lieben es. Das werden wir für zukünftige Projekte nutzen.“

Gärtner im Europa-Park: Trendsetter für die grüne Branche

Freuen kann sich Jürgen Sedler wirklich über die Reaktionen der Besucher. Aus fachlicher Sicht aber noch mehr über die Nachfragen aus der Branche. Längst gelten die Projekte als Vorbild und Trendsetter. Gartenbau-Unternehmen machen einen Betriebsausflug in den Europa-Park, Berufsschulen informieren sich, und auch GaLaBau-Verbände blicken hinter die Kulissen. „Es sind regelrecht Referenzobjekte für uns“, sagt Sedler, der die Führungen realisiert.

Das nächste Vorzeigeobjekt steht schon in den Startlöchern. In den kommenden zwei bis drei Jahren soll im Europa-Park auf einem 46 Hektar großen Erweiterungsgelände ein Wasser-Erlebnis-Resort entstehen – eine Badewelt mit Innen- und Außenbereichen. Abgestimmt werden zurzeit naturschutzrechtliche Vorgaben und die Gehölzauswahl. Baubeginn ist in diesem Herbst.