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Fachgruppe Gemüsebau: Notfallzulassung unverzichtbar

Über die Belange des Gemüsebaus hat sich die Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac (MdB) im Familienbetrieb Wilhelm Böck & Sohn in Neufarn informiert. Wilhelm Böck, stellvertretender Vorsitzender der Fachgruppe Gemüsebau im Bundesausschuss Obst und Gemüse, hatte Kovac in seinen Betrieb eingeladen und fordete dabei gleiche Rahmenbedingungen für alle deutschen Gemüsebaubetriebe im Rahmen der EU-Förderungspolitik. 

Beeindruckt zeigte sich die Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac (l.) von der Vielfalt und Frische der Gemüsearten im Gemüsebaubetrieb Wilhelm Böck in Neufarn. Foto: ZVG

Böck betonte, dass die Gemüsebaubetriebe, die keine GMO-Förderung erhalten, für ihre betriebliche Entwicklung vergleichbare Förderungen erhalten sollten.

Beim Thema Pflanzenschutz wurde deutlich, dass dem Gemüsebau eine Sonderstellung zukomme. Mehr als 70 Prozent der sehr vielen kleinen Anwendungsgebiete (AWG) im Gemüsebau werden durch Zulassungserweiterungen (nach Artikel 51 der Verordnung 1107/2009) abgedeckt. Nur knapp 30 Prozent der AWGs werden durch Grundzulassungen geschlossen. In Einzelfällen ist und bleibt der Weg über die Notfallzulassung unverzichtbar.

Böck erläuterte der Bundestagsabgeordneten darüber hinaus den Anbau der verschiedenen Gemüsearten sowie Produktionsmethoden, Ernteverfahren und Vermarktungswege. In dem 1896 gegründeten Betrieb Böck & Sohn werden auf zehn Hektar unter Glas Gemüsejungpflanzen, Kräuter und Fruchtgemüse angebaut.

Eine moderne Biogasanlage produziert täglich ein Megawatt elektrische Energie, die in Wärme umgewandelt wird. Auf 80 Hektar Freiland werden alle wichtigen Gemüsearten für den Frischmarkt angebaut. 70 Prozent der Ware werden über den Großmarkt München vermarktet.

Der Betrieb beschäftigt über 60 Fach- und Dauerarbeitskräfte sowie 40 Saisonarbeitskräfte. „Nur mit qualifizierten, gut bezahlten und hoch motivierten Mitarbeitern ist wirtschaftlicher Erfolg zu erzielen“, so Böck. Für ausreichend qualifizierte Fachkräfte sorge er als traditioneller Ausbildungsbetrieb selbst. Denn Ausbildung sei eine Investition in die Zukunft. Bereits seit vier Generationen sei die Familie Böck dieser Herausforderung und Verantwortung nachgekommen. Insgesamt über 145 Gärtner/innen der Fachrichtung Gemüsebau wurden erfolgreich ausgebildet, so Böck weiter. (zvg/fg)