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Fairer Handel knackt die Milliarde

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Der Faire Handel verzeichnet gegenüber dem Vorjahr ein deutliches Plus von 31 Prozent. Wie das Forum Fairer Handel mitteilt, sind die Umsätze erstmals über eine Milliarde Euro gestiegen. Dennoch bedürfe es dringend einer politischer Weichenstellung.

In den letzten drei Jahren haben sich die Umsätze für den Fairen Handel verdoppelt. Foto: Forum Fairer Handel

Nach Kaffee weisen Südfrüchte, Blumen (vorwiegend Rosen) und Textilien den stärksten Umsatz aller fair gehandelter Waren für das Jahr 2014 auf. Blumen machten 12 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Fairer Handel: Umsätze verdoppelten sich in drei Jahren

„In den letzten drei Jahren haben sich die Fair-Handels-Umsätze verdoppelt. Das ist für uns ein klares Signal, dass es immer mehr Menschen in Deutschland wichtig ist, mit ihrer Konsumentscheidung zu einer menschenwürdigen und fairen Produktion unserer Alltagsgüter beizutragen“, kommentiert Manuel Blendin, Geschäftsführer des Forums Fairer Handel, die kontinuierliche Umsatzsteigerung im zweistelligen Bereich. „Mit 13 Euro Pro-Kopf-Ausgaben für fair gehandelte Produkte hängt Deutschland jedoch der Schweiz und Großbritannien noch deutlich hinterher.

Verbindliche Regulierungen für deutsche Unternehmen schaffen

„Nicht nur bei den Umsätzen sehen wir mehr Luft nach oben“, sagt Armin Massing, politischer Referent des Forum Fairer Handel, und betont: „Auch deutsche Unternehmen sind direkt oder indirekt an schweren Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen entlang globaler Lieferketten beteiligt und profitieren davon. Für gerechtere Wirtschafts- und Handelsstrukturen reichen individuelle Konsumentscheidungen und freiwillige Unternehmensinitiativen alleine nicht aus. Es bedarf dringend politischer Weichenstellungen.“

Deutsche Gesetzgebung muss Grauzonen beseitigen

Bislang sei es kaum möglich, Unternehmen für Menschenrechtsverstöße oder Umweltschäden im Ausland zur Rechenschaft zu ziehen. „Die deutsche Gesetzgebung muss bestehende Grauzonen beseitigen, um Mensch und Umwelt weltweit besser zu schützen“, unterstreicht Massing und fordert: „Die Bundesregierung muss 2016 im Rahmen des aktuellen Prozesses zur Erarbeitung des Nationalen Aktionsplans ‚Wirtschaft und Menschenrechte‘ verbindliche menschenrechtliche, soziale und ökologische Regeln für deutsche Unternehmen festlegen.