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Fall der Hofabgabeklausel: Vorsicht beim Hinzuverdienst

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Nach dem Fall der Hofabgabeklausel zum Jahreswechsel ändert sich einiges. So fällt beispielsweise der Rentenzuschlag bei Nicht-Inanspruchnahme der Rente weg. Auch beim Hinzuverdienst gilt es einiges zu beachten. Matthias Ahmann von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) erläutert im Folgenden einige Änderungen.

Durch den Fall der Hofabgabeklausel werden unter anderem künftig bei vorzeitigen Altersrenten Hinzuverdienste wie Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen angerechnet. Foto: Gajus/Fotolia

Abschaffung des Rentenzuschlags

Vor der Gesetzesänderung wurde für jeden Monat, für den eine Regelaltersrente nach Erreichen der Regelaltersgrenze nicht in Anspruch genommen wurde, ein Zuschlag zum Rentenwert (0,5 Prozent pro Monat) berücksichtigt. Dieser Rentenzuschlag fällt bei einem Rentenbeginn ab dem 1. Januar 2019 weg.

Regelaltersrenten mit Rentenbeginn vor dem 1. Januar 2019 werden weiterhin mit einem Rentenzuschlag bedacht.

Erwerbsminderungsrente

Seit dem 1. Januar 2019 wird bei Bezug einer Erwerbsminderungsrente das Arbeitseinkommen aus Land- und Forstwirtschaft als Hinzuverdienst bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze berücksichtigt, soweit der Rentenbezieher weiter Landwirt im Sinne der AdL ist. Diese Regelung gilt auch für Renten, die vor dem 1. Januar 2019 begonnen haben.

Weiterhin sind die Renten wegen Erwerbsminderung – wie auch in der gesetzlichen Rentenversicherung – künftig grundsätzlich auf Zeit zu leisten. Die Befristung erfolgt für längstens drei Jahre nach Rentenbeginn und kann verlängert werden. Dauerrente kommt nur in Betracht, wenn unwahrscheinlich ist, dass die Erwerbsfähigkeitsminderung behoben werden kann.

Anrechnung von Hinzuverdiensten

Bei vorzeitigen Altersrenten, die einen Rentenbeginn ab dem 1. Januar 2019 haben, wird zukünftig Hinzuverdienst wie Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen angerechnet. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft sind auch hier nur zu berücksichtigen, wenn der Rentenbezieher Landwirt im Sinne der AdL ist.

Wird eine Hinzuverdienstgrenze überschritten, erfolgt die Zahlung der Rente abhängig vom erzielten Hinzuverdienst in anteiliger Höhe oder die Rentenzahlung ruht vollständig. Nach Erreichen der Regelaltersgrenze ist ein Hinzuverdienst nicht mehr zu berücksichtigen.

Bei einer vorzeitigen Altersrente gelten folgende monatliche Hinzuverdienstgrenzen:

  • 0,01 bis 450 Euro – volle Rente
  • 450,01 bis 1.214,85 Euro – 2/3 Rente
  • 1.214,86 bis 1.775,55 Euro – 1/2 Rente
  • 1.775,56 bis 2.336,25 Euro – 1/3 Rente
  • ab 2.336,26 Euro – keine Rente

Für die neuen Bundesländer gelten die folgenden monatlichen Hinzuverdienstgrenzen:

  • 0,01 bis 450 Euro – volle Rente
  • 450,01 bis 1.162,28 Euro – 2/3 Rente
  • 1.162,29 bis 1.698,72 Euro – 1/2 Rente
  • 1.698,73 bis 2.235,16 Euro – 1/3 Rente
  • ab 2.235,17 Euro – keine Rente

Weitere Änderungen finden Sie in der TASPO 04/2019, die Sie auch im TASPO Online-Shop abrufen können.