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Falscher Mehltau in Biosalat: Feldresistenzen bieten gewissen Schutz

Der Falsche Mehltau (Bremia lactucae) führt im ökologischen Salatanbau regelmäßig zu Ertragsausfällen. Wissenschaftler des Julius-Kühn-Instituts untersuchten daher in einem vierjährigen Forschungsprojekt des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) alternative Regulierungsmöglichkeiten, informiert die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). 

Mit den verfügbaren mehltauresistenten Sorten lasse sich der Erreger nicht langfristig in Schach halten. Ursache dafür sei, dass der Erreger extrem viele unterschiedliche Rassen ausbildet, die bestehende Resistenzen immer wieder durchbrechen. In dem von der BLE koordinierten BÖLN-Forschungsprojekt prüften die Forscher in Zusammenarbeit mit dem Verein Kultursaat e.V. vor allem die Widerstandsfähigkeit sogenannter feldresistenter Sorten und Linien.

Im Gegensatz zu den üblichen rassenspezifischen Resistenzen bestehender Sorten hat eine Feldresistenz den Vorteil, dass sie unabhängig von der Mehltau-Rasse vor einer Infektion schützt und deshalb breiter wirkt. In den Versuchen boten die geprüften feldresistenten Linien bei schwachem und mittlerem Befallsdruck einen ausreichenden Schutz vor den Erregerrassen, vor allem bei Batavia und Eissalat. Feldresistente Kopfsalat-Linien erwiesen sich als etwas anfälliger. Bei starkem Befall war die Widerstandsfähigkeit durch die Feldresistenz allerdings bei keiner der drei Salatsorten ausreichend.

Darüber hinaus untersuchten die Wissenschaftler den Einfluss anbautechnischer Maßnahmen und biologischer Präparate. Während eine Reihenausrichtung in Windrichtung die Zahl der Infektionen deutlich verringerte, hatten größere Abstände zwischen den Reihen und eine Vliesabdeckung des Bodens nur eine geringe oder keine Wirkung. Bei den eingesetzten Präparaten erzielten die Forscher mit Süßholzextrakten die besten Wirkungsgrade. Die guten Ergebnisse bestätigten sich jedoch nicht bei allen Freilandversuchen, so dass bis zur Anwendung dieses Mittels weiterer Forschungsbedarf bestehe.

Die an jedem Standort durchgeführte Bestimmung der Erreger habe die große Variabilität bestätigt, so die BLE. Innerhalb von zwei Jahren entdeckten die Forscher 45 unterschiedliche Erregerrassen. Nach Ansicht der Wissenschaftler zeigen die Ergebnisse, dass sich Falscher Mehltau nur durch die Kombination resistenter Sorten und anbautechnischer Maßnahmen eindämmen lässt. Als wichtige Strategie sehen sie zukünftig den Einsatz regionaler Sorten, deren Resistenzen auf die vorherrschenden Mehltaurassen eines Anbaugebietes ausgerichtet sind. (ble)