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Feuerbrand: neue Bekämpfungsstrategien im Obstbau

Wissenschaftler der Universität Konstanz erzielten in einem fast dreijährigen BÖLN-Forschungsprojekt erste Erfolge gegen Feuerbrand. Dabei zeigten die Präparate „BlossomProtect“ und das Gesteinsmehl „Myco-Sin“ die besten Ergebnisse. 

Im von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) koordinierten Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) prüften Wissenschaftler der Universität Konstanz die Wirkung von 64 verschiedenen Substanzen gegen den Feuerbrand-Erreger. Dabei selektierten sie die wirksamsten Präparate und entwickelten in Freilandversuchen Strategien zur Krankheitsvorbeugung.

Drei bis vier Anwendungen von BlossomProtect führten allerdings bei empfindlichen Apfelsorten wie Golden Delicous, Jonagold und Elstar zu einer verstärkten Berostung der Früchte. Deshalb empfehlen die Forscher, die Behandlungen bei diesen Sorten auf zwei Anwendungen zu begrenzen. Auch Kupfer sollte hier zurückhaltend eingesetzt werden.

Sind aufgrund der Witterung weitere Behandlungen notwendig, empfiehlt es sich, BlossomProtect im Wechsel mit Myco-Sin auszubringen. Die Kombination mit schwefelhaltigen Mitteln gegen Apfelschorf wie Schwefelkalk und Netzschwefel beeinflusste die Wirksamkeit von BlossomProtect nicht. Die Mischung mit anderen Präparaten reduzierte die Wirkung dagegen deutlich.

Als gute Alternative gegen Feuerbrand und Schorf bewährte sich in den mehrjährigen Versuchen auch eine Kombination aus Myco-Sin und Netzschwefel. Diese Strategie erwies sich als ähnlich wirksam gegen Feuerbrand wie der alleinige Einsatz von BlossomProtect. Gleichzeitig ließ sich durch die Kombination beider Wirkstoffe die Zahl der Anwendungen verringern. Beide Strategien werden bereits in der Praxis umgesetzt. (ts/ble)