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FLL-Mitgliederversammlung: Einsparungen bei der Regelkontrolle

Anlässlich der Mitgliederversammlung der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) erläuterte deren Präsident Dr. Karl-Heinz Kerstjens einige Ergebnisse der 2010er Klausursitzung des Präsidiums, das die mittel- und längerfristige Entwicklung der FLL diskutiert hatte.

Aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht forderten Gerichte zweimalige Kontrollen eines jeden Baumes. Ein aktuelles Urteil lässt auch größere Intervalle zu. Foto: FLL

Wesentliche Ergebnisse der Klausursitzung sind:

Die FLL wird sich auf ihr Kerngeschäft (Regelwerke, Qualifizierung, Dienstleistung/ Forschung) konzentrieren, da hier die meisten Kompetenzen vorhanden sind.

Aufgaben in der Qualifizierung sind Fachtagungen und die Zertifizierung relevanter Themen.

Forschungsaktivitäten praktiziert die FLL in der Form: Themen erfassen, Projekte initiieren, informieren, Wissensmanagement praktizieren; das Forschungsforum Landschaft verfolgt das vorrangige Ziel, unter Einbindung von Politik und Berufsstand in Forschung oder Wissensmanagement Initiativen zu entwickeln.

Das Gewicht der FLL soll gestärkt werden (Erhöhen der Verbindlichkeit der Regelwerke, weitere Steigerung der Mitgliederzahl).

Übersetzungen von Regelwerken in verschiedene Sprachen.

Ausbau der fachlichen Verbindungen zu anderen Regelwerksgebern und zur Politik.

In einem laut FLL sehr bemerkenswerten Vortrag referierte Diplom-Forstwirtin Kirstin Nieland aus Bochum über „Die FLL-Baumkontrollrichtlinie – Beispiel für den beruflichen und gesellschaftlichen Nutzen der FLL-Arbeit“.

Sie ging zunächst auf die Hintergründe der FLL-Baumkontrollrichtlinie und die Regelkontrollen ein und wies auf ein bislang bestehendes Spannungsfeld hin: War von Gerichten früher eine zweimalige Kontrolle eines jeden Baumes gefordert worden, hat die Baumkontrollrichtlinie zwischenzeitlich auch diese Gerichte erreicht.

Die jüngste Entscheidung des Oberlandesgerichtes (OLG) Köln vom 27. Juli 2010 hat die Baumkontrollrichtlinie der FLL gestärkt, indem sie in der Entscheidung dem FLL-Regelwerk den Status der aktuellen anerkannten Regeln der Technik zuspricht.

Damit ergibt sich eine deutlich verbesserte Situation. Die FLL-Baumkontrollrichtlinie hält, in Abhängigkeit vom Zustand des Baumes, grundsätzlich unterschiedliche zeitliche Abstände als Regel-Kontrollintervalle für ausreichend. In begründeten Fällen sind kürzere Kontrollintervalle, beispielsweise das Halbjahresintervall oder auch längere Intervalle möglich.

Anhand eigener Erfahrungen leitete Nieland über ein Praxisbeispiel konkrete Berechnungen ab, die zu Einsparungen bei Baumkontrollen bis zu 50 bis 75 Prozent führen können.

Je nach Kostenstruktur des Unternehmens oder der Verwaltung reichten die Bruttokosten von Regelkontrollen bis fünf Euro pro Kontrolle und Baum.

Mit den Datenansätzen 4,00 Euro, 10.000 Bäumen und halbjährlicher Kontrolle ergeben sich 40.000 Euro pro Kontrolle oder 80.000 Euro pro Jahr. Bei waldartigen Beständen, die nur ein Mal im Jahr kontrolliert werden, ergibt sich rechnerisch eine 50-prozentige Ersparnis bei FLL-Kontrolle gegenüber dem zweimal jährlichen Kontrollintervall.

Rechnet man die Kontrolle von 10.000 Bäumen über einen Zeitraum von sechs Jahren (ohne taxatorische Feinheiten einer Kapitalisierung) ergeben sich:

bei halbjährlicher Kontrolle sechsmal 80.000 Euro = 480.000 Euro;

bei jährlicher Kontrolle sechsmal 40.000 Euro = 240.000 Euro;

bei zweijähriger Kontrolle dreimal 40.000 Euro = 120.000 Euro;

bei dreijähriger Kontrolle zweimal 40.000 Euro = 80.000 Euro.

Nieland stellte abschließend noch einmal die Einsparmöglichkeiten heraus: durch Anwenden der FLL-Baumkontrollrichtlinie können die Kosten im Vergleich zur halbjährlichen Kontrolle und in Abhängigkeit von den örtlichen Gegebenheiten auf etwa 50 Prozent und weniger (bis 75 Prozent) reduziert werden.