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Floristen interpretieren auf der BUGA Nelken komplett neu

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In der laufenden BUGA-Hallenschau wird noch bis zum 6. Juni das „Nelkentheater der Floristen“ aufgeführt, in dem die Schnittblume mit dem leicht angestaubten Image komplett neu inszeniert werden soll. Verantwortlich für die Gestaltung der Hallenschau ist der Thüringer Floristmeister Christopher Ernst, der daneben auch die in Erfurt ausgetragene Landesmeisterschaft Hessen-Thüringen gewinnen konnte.

Schnittblume mit langer geschichtlicher Tradition im Fokus

Mit der Nelke steht bei der fünften im Rahmen der Bundesgartenschau (BUGA) veranstalteten Hallenschau eine Schnittblume mit einer langen geschichtlichen Tradition im Mittelpunkt, die schon bei den alten Ägyptern und Griechen sowie in der Renaissance verwendet wurde. Auch politisch spielte sie immer wieder eine Rolle, wie die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) erklärt – zum Beispiel als Zeichen des Widerstands während der Französischen Revolution oder als Emblem der Arbeiterbewegung in der DDR. Speziell in Erfurt gab es laut DBG zudem vor etwa 200 Jahren eine Vereinigung von sogenannten „Blumisten“, die sich der Nelkenzucht verschrieben hatten. Schon alleine deshalb liegt es nahe, dieser Blume auf der diesjährigen BUGA eine eigene Hallenschau zu widmen.

Geplant und gestaltet wurde die fünfte Hallenschau unter dem Motto „Das Nelkentheater der Floristen“ von Christopher Ernst und seinem Creativ-Team. „Es fühlt sich gut an, eine solche Aufgabe wie die Planung einer ganzen Hallenschau übernehmen zu dürfen, weil man große Freiheiten in der Planung hatte, während man als normaler Teilnehmer ja an die Weisungen des Planenden gebunden ist“, erklärt der Thüringer Floristmeister, der sich als Einzelaussteller bereits seit 14 Jahren an Landes- und Bundesgartenschauen beteiligt, gegenüber der DBG. Mit der Nelke als Protagonistin der Hallenschau verbindet den Ostdeutschen eine besondere Beziehung – nicht nur aufgrund des „politischen Beigeschmacks“, den die Blume Ernst zufolge hat. „Früher gab es bei uns nur Nelken zu kaufen, jeder musste Nelken im Brautstrauß haben und natürlich sind die Menschen deshalb hier nicht sehr von dieser Blume begeistert.“

BUGA-Hallenschau soll Image der Nelke „entstauben“

Gerade dieses leicht angestaubte Image der Schnittblume habe den Floristmeister jedoch bei der Gestaltung der BUGA-Hallenschau gereizt, wie Ernst gegenüber der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft äußerte. „Nur in einer kleinen Ecke gibt es traditionelle Nelkengestecke wie von früher mit Moos und Asparagus. Der Rest der Hallenschau interpretiert die Nelke modern“, so Ernst im Interview mit der DBG, „zum Beispiel mit einem großen Farbverlauf in zwei Meter hohen Edelstahlsäulen, auf denen die Nelken als parallele Farbanordnung nach Farben sortiert stehen. Ich bin der Meinung, man muss der Nelke die Chance geben, sich in ihrer ganzen Schönheit zu zeigen. Natürlich erinnern wir auch an die Nelke in der Renaissance und sprechen die Nelke in ihrer Verbindung zum 1. Mai an, aber auch das kommt modern interpretiert daher.“

Neben den unterschiedlichen floristischen Inszenierungen von Schnittnelken, wird laut DBG auch das breite Sortiment an duftenden kleinen Topf-, Wild- und Grasnelken – darunter Dianthus arenarius, D. carthusianorum, D. cruentus, D. deltoides, D. gratianopolitanus, D. knappii, D. pontederae und D. sylvestris sowie Armeria maritima und A. pseudoarmeria – in ansprechend bepflanzten Kübeln in der Hallenschau präsentiert. Kleine Schalen mit zierlichen Topfnelken und ansprechenden Begleitpflanzen steuerten beispielsweise die Nachwuchsfloristen des Azubi-Wettbewerbs der Ernst-Benary-Schule Erfurt bei, informiert die DBG.

Ernst gewinnt Landesmeisterschaft, Große Goldmedaille und Ehrenpreis

Zum Auftakt der BUGA-Hallenschau am 29. und 30. Mai wurde außerdem vor Ort die Landesmeisterschaft der Floristen Hessen-Thüringen veranstaltet, bei der sich Anita Fleckenstein (Mühlheim), Dorota Szczepinska (Kassel), Michel Fink (Erfurt) sowie Christopher Ernst (Kindelbrück und Sömmerda) den vier anspruchsvollen Wettbewerbsaufgaben stellten. So mussten den Angaben zufolge etwa ein Strauß unter dem Motto „Glück verdoppelt sich, wenn man es teilt“ und eine Objektarbeit zur Nelke angefertigt werden. Außerdem sollten die Wettbewerbsteilnehmer die Erfurter Krämerbrücke in einer Pflanzung inszenieren sowie einen Tischschmuck für ein Zwei-Personen-Dinner unter dem Motto „Thüringer Tischkultur“ gestalten. Mit der höchsten Gesamtpunktzahl gewann am Ende Christopher Ernst die vom FDF Landesverband Hessen-Thüringen ausgetragene Landesmeisterschaft, der darüber hinaus für die Gestaltung der Hallenschau eine Große Goldmedaille der DBG für „eine sowohl vielfältige floristische Verarbeitung, als auch die informative Darstellung der Symbolik einer ‚widersprüchlichen‘ Blume“ erhielt und außerdem den Ehrenpreis des Fachverbands Deutscher Floristen (FDF) für „eine besucherwirksame Präsentation des Themas Nelke, insbesondere durch ein hohes Maß an Flexibilität bei der Umsetzung“ entgegennehmen konnte.

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