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Floristik-Tarifverträge: IG BAU geht auf Konfrontationskurs

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Ob Valentins- oder Muttertag – die klassischen Blumenschenktage werden von der IG BAU immer wieder genutzt, um gegen die Arbeitgeber in der Floristikbranche zu schießen. So auch in den laufenden Tarifgesprächen mit dem FDF, dem die Gewerkschaft eine „Rolle rückwärts und Hinhaltetaktik“ in den Verhandlungen vorwirft. Gegenüber der TASPO hat der FDF-Tarifausschuss jetzt Stellung zu den Anschuldigungen genommen.

Im Sommer sollen die Verhandlungen über neue Entgelt-Tarife für die Beschäftigten in der Floristik-Branche weitergehen. Foto: Green Solutions

IG BAU mit Kampfansage an Arbeitgeber der Floristik-Branche

„Das wird kein besonders rosiges Frühjahr für die Floristik-Arbeitgeber“, formuliert Harald Schaum, Vizevorsitzender des Bundesvorstands der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), in einer kurz vor dem Muttertag herausgegebenen Pressemitteilung seine Kampfansage an den Fachverband Deutscher Floristen (FDF). Sein Vorwurf: Der FDF habe Ende 2020 den Arbeitnehmervertretern bereits ein Angebot gemacht – drei Prozent mehr Lohn, Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 30 Euro, Laufzeit zwölf Monate. Dem habe die IG BAU zugestimmt und sei von sämtlichen Forderungen ihrerseits abgerückt, somit habe eine Einigung vorgelegen. Jetzt habe die Arbeitgeberseite jedoch sämtlichen Tarifverhandlungen mit der IG BAU eine Absage erteilt und lediglich in Aussicht gestellt, eventuell Mitte des Jahres wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

„Für diese Rolle rückwärts und Hinhaltetaktik habe ich überhaupt kein Verständnis“, sagt Schaum. „Aber am besten ist die Begründung der Floristik-Unternehmer: Aufgrund der Corona-Pandemie sei der Umsatz komplett eingebrochen. Man liest es täglich in der Zeitung, alle Welt rennt in die Gartenmärkte und Blumengeschäfte, um es sich zu Hause schön zu machen, Pflanzen gehen über den Ladentisch wie nie zuvor. Diese Begründung ist einfach lächerlich.“ Schaums Forderung lautet deshalb, dass der FDF das Ende vergangenen Jahres vorgelegte Angebot reaktivieren und an den Verhandlungstisch zurückkehren möge. Andernfalls würden die IG BAU-Mitglieder in der Floristik in den kommenden Wochen ihrem Ärger „mit vielerlei Aktionen Luft machen“, so die Drohung.

FDF kontert: „Vorwurf des Wortbruchs ist sachlich falsch“

„Der Vorwurf des Wortbruchs ist sachlich falsch“, stellte der Fachausschuss Tarif & Soziales des FDF dazu jetzt auf Anfrage der TASPO klar. Anders als von der IG BAU dargestellt, seien die Tarifverhandlungen von der Arbeitgeberseite nicht abgebrochen, sondern aufgrund der Corona-Pandemie bis in den Sommer 2021 ergebnisoffen ausgesetzt worden. Die Tarifkommission des FDF habe im vergangenen Oktober der IG BAU ein Angebot für neue Entgelt-Tarife in der Floristik vorgelegt, welches im Dezember von der IG BAU ausgeschlagen und mit einem Gegenangebot erwidert wurde. Dieses Gegenangebot der Gewerkschaft musste der FDF „vor dem Hintergrund der dramatischen, wirtschaftlichen Ausnahmesituation – am 16. Dezember hat der verschärfte Lockdown begonnen! – ebenfalls zurückweisen“, wie der Tarifausschuss erklärt.

Arbeitgeberseite will Tarifverhandlungen Mitte des Jahres fortsetzen

Daraufhin habe die Gewerkschaft im Januar das zuvor von ihr abgelehnte, ursprüngliche Angebot des FDF vom Oktober 2020 plötzlich wieder aufgegriffen. „Vor dem Hintergrund, dass die Auswirkungen der Pandemie auf die Floristik-Branche seriöse und an der Praxis orientierte Entgelt-Tarifverhandlungen unmöglich machen, ebenso wie die Existenzsicherung der Betriebe und die Sicherung der Arbeitsplätze in der Branche akut im Vordergrund standen und stehen, hat die Tarifkommission des FDF-Bundesverbands die IG BAU um Verschiebung weiterer Tarifverhandlungen in den Sommer 2021 gebeten“, erklärt der Tarifausschuss. Der FDF stehe zu seinem Wort „und erneuert an dieser Stelle das Angebot, Mitte des Jahres 2021 die Tarifverhandlungen fortzusetzen“.

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