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Floristik und Gartenbau für junge Flüchtlinge

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Seit Oktober betreut die Berufsschule für Gartenbau und Floristik in Wien neun unbegleitete Flüchtlinge im Alter von 17 bis 19 Jahren. So lernen die Jugendlichen die Berufe Landschaftsgärtner und Florist kennen.

Die Berufsschule für Floristik und Gartenbau in Wien integriert junge Flüchtlinge in den Untterricht. Foto: Fotolia Kzenon

Landschaftsgärtner oder Florist? Junge Flüchtlinge nehmen an Berufsschulunterricht teil

„Sie nehmen am praktischen und theoretischen Unterricht teil und lernen so die Berufsbilder kennen“, erzählt Gerlinde Wenschitz, Direktorin der Berufsschule für Gartenbau und Floristik in Wien. Im Blickpunkt stehen zum Beispiel das Anfertigen von Gestecken, das Arrangieren von Sträußen oder auch das Binden und Stecken von Kränzen.

Wie die Gärtner Pflanzen vermehren und Stecklinge schneiden

Außerdem lernen die jungen Flüchtlinge, wie sie Steckling und Steckhölzer schneiden, Pflanzen vermehren und wie sie die Gewächse topfen und pikieren. Zusätzlich zeigen ihnen die Ausbilder, wie Landschaftsgärtner Wege und Plätze vermessen und im Anschluss mit verschiedensten Materialien pflastern. Zudem setzen die Jugendlichen Pflanzen, errichten Mauern und lernen, wie Sträucher und Bäume fachgerecht geschnitten werden.

Junge Flüchtlinge gestalten Vorplatz

Seit Oktober hat die Gruppe bereits mehrere Projekte umgesetzt. „Dazu gehört zum Beispiel die Vorplatzgestaltung beim Arbeitersamariterbund in der Kerschensteinergasse, wo auch jugendliche Flüchtlinge betreut werden“, erzählt die Direktorin. „Auch das Vermehren von Gemüsepflanzen für andere Flüchtlinge in Kooperation mit dem Arbeitersamariterbund war ein schönes Projekt.“
Integration spielt eine große Rolle in der Betreuung, deshalb bindet die Berufsschule für Gartenbau und Floristik ihre neuen Schützlinge in den gemeinsamen Unterricht, das Frühlingsfest, Wettbewerbe und Projekte ein.

Neues Projekt „Urban Gardening“

In den Sommerferien soll schrittweise das Projekt „Urban Gardening“ am Loquaiplatz umgesetzt werden, das von der Landschaftsgärtnerklasse erarbeitet wurde. Im Bereich des Seniorenheimes werden hier in Kooperation mit Seniorenheim, der Bezirksvorstehung, der Gebietsbetreuung, BerufsschullehrerInnen, dem Verein „the creative fillip“ und der Flüchtlingsgruppe Pflanzgefäße und rollstuhlgerechte Hochbeete errichtet.

Berufsschule für Floristik und Gartenbau möchte Betreuung fortsetzen

Bisher läuft das Betreuungsprogramm so gut, dass die Schule gerne auch im kommenden Schuljahr damit weitermachen würde. „Sowohl in den floristischen wie auch in den gärtnerischen Bereichen zeichnen sich die jungen Burschen durch Geschicklichkeit, besonderen Lernwillen und enormen Einsatz aus!“ so die Direktorin.

„Die Wiener Schulen tragen mit ihrem Bildungsangebot wesentlich dazu dabei, dass Integration gelingt“, ist auch Stadtschulratspräsident Jürgen Czernohorszky überzeugt. „Hier wird mit großem Engagement – oft weit über den schulischen Alltag hinaus – großartige Arbeit geleistet!