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Floristik: Wie viel DIY verträgt das Fachgeschäft?

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Do it yourself ist in aller Munde – doch wie viele Möglichkeiten sollte ein Blumenfachgeschäft dem Kunden in diesem Bereich bieten? Die TASPO sprach mit Bettina von Hollen, Floristmeisterin und selbstständige Beraterin.

Ist es nicht geschäftsschädigend, wenn der Kunde anfängt, alles selbst zu machen?

Nein! Ich biete während der Adventszeit wirklich alles einzeln an, was ich verarbeite. Die Kunden werden so zum Spontankauf verführt, möchten und können spontan „losbasteln“. Man sollte natürlich nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern ganzjährig eine DIY-Ecke einrichten. Diese kann sich je nach Jahreszeiten oder Feiertagen ändern. Oder man stellt mal ein bestimmtes Material in den Fokus. Wichtig: Es sollte immer ein Musterstück mit darauf stehen.
So eine DIY-Ecke bietet viel Potenzial. Man muss sich aber umstellen. Oft erlebe ich es noch, dass die Floristen Hemmungen haben und denken, dass sie ihre Handwerkskunst preisgeben. Doch es gibt heutzutage sowieso für alles Anleitungen im Internet. Wir müssen uns freimachen von dem Gedanken, dass nur wir mit Blumen umgehen können.

Kommt es vor, dass man doppelt verdient, weil der Kunde das Material kauft, nicht zurechtkommt und dann doch wieder im Geschäft steht?

Ja, auch das passiert häufiger. Oder umgekehrt: Der Kunde kauft erst das Werkstück und kommt dann nochmal in das Geschäft, um Material zu kaufen und zu Hause noch dreimal das Werkstück selbst zu machen.

Sollte man den DIY-Trend auch mit Kursen und Anleitungen unterstützen?

Man sollte immer hinterfragen, ob sich Ausstellungen zu Advent, Hochzeit, Ostern und so weiter lohnen. Oftmals würde man mit einer DIY-Aktion besser fahren, zum Beispiel Kurse anbieten mit Anleitungen wie Erntekranz binden, Insektenhotels basteln, Adventskränze bestücken. Durch einen gelungenen Nachmittag oder Abend bindet man die Kunden auch an sich und sein Geschäft.

Das komplette Interview mit Floristmeisterin Bettina von Hollen lesen Sie in der TASPO 32/2016, die am 12. August erschienen ist.