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Flower Trials 2011: Die Besucher brachten mehr Zeit mit

Die Flower Trials haben sich als Plattform zur Vorstellung der Beet- und Balkonpflanzensortimente für die nächste Saison etabliert. Unzufrieden äußerte sich keiner der von der TASPO nach der Veranstaltung (14. bis 17. Juni 2011) befragten Firmenrepräsentanten. Gegliedert nach drei Regionen (Westland, Aalsmeer, Rheinland/Westfalen) zeigten 35 Firmen, was sie für die nächste Saison anbieten.

Die Präsentationen waren in 24 Betrieben. Die meisten teilnehmenden Firmen hatten „Heimspiel“, an einigen Standorten präsentierten sich dagegen mehrere Anbieter. Die bei allen teilnehmenden Betrieben jeweils durch das Einscannen der Badges ermittelten Besucherzahlen variierten deutlich von Standort zu Standort (siehe unten). Neben Saatgut- und/oder Jungpflanzenanbietern im Bereich Beet- und Balkonpflanzen waren unter den teilnehmenden Firmen diesmal vereinzelt auch Anbieter von Zimmertopfpflanzen, wie Phalaenopsis und Anthurien.

Zugleich gab es aber Stimmen, die vor ungezügelter Ausweitung des Angebots- und Teilnehmerspektrums warnen. Die Frage stehe im Raum, wie viele Aussteller die Flower Trials vertragen. Gundula Wagner, Leiterin der Abteilung für Unternehmenskommunikation bei Benary (Hann. Münden), sprach dies an. „Auf keinen Fall Aufnahme neuer Standorte“, schreibt uns Andrea Michalik von Elsner pac Jungpflanzen. Schon heute wäre es für die Interessenten fast unmöglich, alle teilnehmenden Betriebe zu besuchen. Das Dresdener Unternehmen hatte seine Produkte – Schwerpunkt: Pelargonien – wieder im Betrieb Westhoff am Niederrhein präsentiert. Ein Kennzeichen der Flower Trials muss nach Angabe Michaliks die optimale Besucherbetreuung bleiben. Die Flower Trials würden für „Besucher mit wirklichem Interesse“ gestaltet. In dieser Beziehung sei es dieses Jahr besser als zuvor gewesen. 

Fachlich kompetente Beratung

Andrea Michalik stellte außerdem heraus: „Neben einer guten Pflanzenqualität erwartet der Kunde klare ehrliche Aussagen zu Sorteneigenschaften!“ Sonja Dümmen sprach diesen Aspekt ebenfalls an: „Den Besuchern ist eine fachlich kompetente Beratung zum Sortiment vor Ort wichtig!“

Die Firma Dümmen zeigte ihr Sortiment wieder am Stammsitz in Rheinberg. Im Vergleich zu früheren Jahren habe sich die Verweildauer der Besucher erhöht. Thomas Lehwark erwähnte dies im Fazit aus Sicht der Firma Florensis: „Die Besucher brachten mehr Zeit mit, was zu qualitativ besseren und intensiveren Gesprächen führte!“ Wie gewohnt zeigte Florensis wieder eine Präsentation mit breitem Sortenspektrum in Hendrik-Ido-Ambacht. Weitere Stimmen zum „Fazit“ finden Sie in dem Kasten auf dieser Seite.
Es geht nicht nur um Sorten


Es geht nicht nur um Sorten

Wegen vieler positiver Bemerkungen von Kundenseite stünden keine grundlegenden Änderungen zu den Flower Trials 2012 auf dem Plan. So lautete die Antwort von Florensis auf die Frage, welche Veränderungen zu den Flower Trials 2012 geplant sind. Ähnliche Aussagen gab es von mehreren anderen Firmen. Doch kamen auch differenziertere Anmerkungen vor. So hieß es von Gundula Wagner (Firma Benary): „Zusätzlich werden wir noch mehr Kulturhilfestellungen in den jeweiligen Landessprachen bieten!“ Dr. Wilfried Pagel (Endisch Gartenbau) merkte an: „Die Präsentationen werden wir dahingehend überarbeiten, dass die Besucher schneller das Wesentliche des Angebots erkennen können.“

Die Firma Endisch zeigte ihre Sorten wieder im Gartenbaubetrieb Bongartz in Korschenbroich. Hierbei gab es diesmal baulich bedingte Einschränkungen. Pagel: „Im nächsten Jahr werden wir die neuen räumlichen Möglichkeiten besser nutzen können!“ Zu denen, die dieses Jahr erstmals an den Flower Trials mit Standorten in Holland teilnahmen, zählten zwei bekannte französische Züchtungshäuser. Die auf Cyclamen ausgerichtete Firma Morel Diffusion hatte 5.000 Einladungen verschickt. Etwa zehn Prozent folgten der Einladung. Die Besucher hätten sich auch für Informationen über die Kulturtechnik und Verkaufsideen interessiert, hieß es von Morel.

Die Firma Lannes et Fils mit ihrem Schwerpunkt Mandevilla/Dipladenia verzeichnete 1.100 Anmeldungen, allerdings wesentlich weniger Besucher. Generell sieht das Unternehmen die Flower Trials als wichtige Möglichkeit, den direkten Kontakt mit Einkäufern zu gewährleisten. Elf Prozent der Besucher seien aus Deutschland gekommen.
Blick auf Besucherzahlen

Blick auf Besucherzahlen

Bei einzelnen teilnehmenden Firmen in der Region Westland wurden deutlich über 1.000 Besucher registriert. Beispielsweise waren es bei Selecta Klemm im „Schwimmenden Gewächshaus“ auf dem Naaldwijker Versteigerungsgelände 1.148 tatsächliche Besucher, davon 18 Prozent aus Deutschland, etwa zehn Prozent von außerhalb Europas. Eine ähnliche Zahl meldete Florensis: Insgesamt 1.144 Besucher, davon 488 aus den Niederlanden und 131 von außerhalb Europas. Bei Beekenkamp wurden 1.350 Besucher verzeichnet: „Mehr als angemeldet!“ Benary hatte etwa 1.300 Besucher. Damit kamen etwa 100 Personen mehr als im vergangenen Jahr. Gundula Wagner: „Der Dienstag verlief ruhig, was wohl an der Anreise nach Pfingsten lag; danach ,full house‘ bis Freitag-Abend!“ Man registrierte auch mehr Besucher als letztes Jahr aus deutschen Gartenbaubetrieben. Überraschend viele Besucher – Anteil: 30 Prozent – seien „von sehr weit weg“ gekommen (Russland, Baltikum, Naher Osten, Ferner Osten, USA). In der Region Rheinland/Westfalen waren die Besucherzahlen kleiner. Bei Dümmen gab es 1.540 Voranmeldungen, während 636 Besucher tatsächlich kamen. Die Firma Endisch meldete 670 Besucher.
Auf eigene Varietäten beschränkt


Auf eigene Varietäten beschränkt

Nur vereinzelt kommen bei den Flower Trials solche Sortenvergleiche, bei denen eigene Züchtungen mit vergleichbaren Varietäten konkurrierender Züchtungshäuser gezeigt wurden, vor. Beispielsweise zeigte die Firma Sakata in Honselersdijk entsprechende Vergleichsversuche mit Begonia semperflorens. Derartige Sortenvergleiche hatten früher die Pack Trials geprägt und damit auch den Namensbestandteil „Trials“ (= Versuche) gerechtfertigt. Bei den Flower Trials geht es den teilnehmenden Firmen um die Präsentation der eigenen Sortimente, Neuheiten und Konzepte. Auch Versuche jenseits von Sortenvergleichen – Beispiel: Einfluss von Wuchshemmstoffen, Belichtung oder Temperaturprogrammen auf bestimmte Sorten – waren kaum zu sehen.

Ausführliche Informationen zu den von ausgewählten Teilnehmern gezeigten Sortenneuheiten finden sich in einer Flower Trials 2011-Serie in der TASPO, die sich über mehrere folgende TASPO-Ausgaben erstreckt. Viele Hinweise zu den Sortimenten 2012 waren auch in der Verlagsbeilage „Flower Trials für Topf- und Beetpflanzen“ als Teil der TASPO-Ausgabe 22 zu finden.

(eh)