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Flusilazol: Zulassung widerrufen

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat zum 30. September 2013 die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Flusilazol widerrufen. Wie das BVL gegenüber der TASPO ausführte, ist der Wirkstoff so stark reproduktionstoxisch, dass er nicht mehr genehmigt werden kann.

Der Widerruf betrifft die folgenden Mittel:

  • Capitan (Zul.-Nr. 024079-00),
  • Charisma (Zul.-Nr. 024488-00) und
  • Harvesan (Zul.-Nr. 033923-00).

Laut BVL gilt eine Abverkaufsfrist bis zum 13. Oktober 2013 und eine Aufbrauchfrist bis zum 13. Oktober 2014. Der Widerruf betrifft mit denselben Fristen automatisch auch die zugehörigen Parallelhandelsmittel.

Der Wirkstoff Flusilazol war im Dezember 2006 mit einer Richtlinie der EU-Kommission in die Liste der in Pflanzenschutzmitteln zulässigen Wirkstoffe aufgenommen worden, und zwar befristet bis Juni 2008. Aufgrund einer Klage hatte das Europäische Gericht Erster Instanz diese Befristung bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache ausgesetzt. Diese Entscheidung liegt nun vor: Mit dem Urteil T-31/07 vom 12. April 2013 hat das Gericht die Klage abgewiesen. Damit ist Flusilazol in der EU nicht mehr als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln zulässig. Der Tag der Gerichtsentscheidung ist maßgeblich für die Berechnung der Abverkaufs- und Aufbrauchfristen.

Wie das BVL gegenüber der TASPO erläuterte ist Flusilazol eingestuft als karzinogen der Kategorie 2 (entspricht Kat. 3 des alten Systems) und reproduktionstoxisch der Kategorie 1B (entspricht Kat. 2 des alten Systems). Wirkstoffe mit einer Einstufung als reproduktionstoxisch der Kategorie 1B können nach der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 nicht mehr als Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln genehmigt werden.

Die Entscheidung von 2006 fiel aber noch unter die alte Richtlinie 91/414/EWG. Seinerzeit stellte diese Einstufung noch kein Ausschlusskriterium dar. Weil es bei Flusilazol aber neben der genannten Einstufung noch weitere Bedenken wegen der toxischen Wirkungen und offene Fragen gab, hat die EU-Kommission die Genehmigung (damals noch "Anhang-I-Aufnahme") nicht für die übliche Frist von 10 Jahren erteilt, sondern nur für 18 Monate und überdies mit starken Beschränkungen versehen. Die Befristung auf 18 Monate war dann, wie erwähnt, aufgrund eines Gerichtsbeschlusses bis dieses Jahr ausgesetzt. (hlw)