Alle News

Flutkatastrophe: Gärtner brauchen Unterstützung

, erstellt von

Die Flut in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat über 175 Menschen das Leben gekostet und in den betroffenen Regionen immense Schäden verursacht. Viele Gärtnereien und Floristik-Fachgeschäfte sind ebenfalls stark zerstört worden. Überall gehen die Schäden in existenzgefährdende Höhe. Wir stellen einige Beispiele heraus.

Gärtnerei Geschwind (Gemünd-Eifel): Das Dach als letzte Rettung

Die Gärtnerfamilie Geschwind aus Gemünd-Eifel stellte zunächst Computer und andere Gegenstände auf Tische und Regale, aber dies war später sinnlos, da das Wasser im Erdgeschoss auf über drei Meter anstieg. Die Familie flüchtete sich in die oberen Gebäudeteile. Später drohte Hochwasser auch den ersten Stock zu überfluten, so rettete man sich kurzerhand auf das Flachdach und verbrachte dort die Nacht. Die Aufräumarbeiten laufen an.

Alles ist zerstört: Wershofen (Bad Neuenahr) kämpft um seine Existenz

„Die Gärtnerei und das Wohnhaus sind zerstört, unser Hab und Gut und die Kleidung ist alles verloren“, berichtete Ralf Wershofen. Die Familie konnte sich gerade noch in das Kloster retten. Im Betrieb sind alle Unterlagen, der Fuhrpark und sämtliche Einrichtungen des Betriebs wie die komplette EDV-Anlage verloren. Auch die Gärtnerei in Bad Neuenahr kämpft sich durch riesige Schuttberge. Viele Freiwillige helfen bei den ersten Aufräumarbeiten vor Ort.

Gärtnerei Blumenberg (Heimersheim): Die Flut kam erst um Mitternacht

Als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr rief man Gärtnermeister Hans-Peter Blumenberg am 14. Juli zum Einsatz. An das Hochwasser war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu denken. Nachdem dieser Einsatz abgearbeitet war, baute der Löschzugführer aus Heimersheim im Team einen Sandsackwall und wurde zum Wasserpumpen zur Abwehr eingesetzt. Sein Betrieb musste warten. Die Gärtnerei liegt etwa 350 Meter von der Ahr entfernt und stand mit allen Kulturen und Einrichtungen gut einen Meter unter Wasser. Die Familie Blumenberg konnte sich erst bei rückgängigem Wasser die immensen Schäden ansehen. Es galt, alles vom Schlamm und Müll zu befreien. Alle Kulturen, die nicht vom Hochwasser geschädigt wurden, vertrockneten, da es eine Woche lang kein Wasser gab. Der Strom fehlt immer noch. Mit Gas für die Heizung ist erst im Winter zu rechnen.

Floristik Lersch by Mehmet Yilmaz (Bad Neuenahr-Ahrweiler): Totalschaden durch die Flut

„Uns alle hat diese Katastrophe auf eine unbeschreibliche Art und Weise betroffen“, berichtete das Floristikteam. Das Fachgeschäft auf der Telegrafenstraße wurde komplett von den Wassermassen zerstört, die Sanierung wird sicher Monate dauern. Die „Alte Gärtnerei“ Lersch blieb allerdings verschont, da sie außerhalb der Wassergrenze lag. Die Floristen werden nun von dort für die Trauerfloristik aktiv, um eine würdige Bestattung der Opfer zu gewährleisten, die alleine in Bad Neuenahr zu beklagen sind. Denn Blumen trösten selbst in der größten Not.

Cookie-Popup anzeigen