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forsa-Studie: Bevölkerung will mehr städtische Grünflächen

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Die Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich mehr Parks, Freianlagen und Aufenthaltsflächen in den Innenstädten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen forsa-Studie im Auftrag der BGL-Initiative „Grün in die Stadt“. Nachholbedarf sehen viele der Befragten demnach aber nicht nur bei der Anzahl der städtischen Grünflächen, sondern auch bei deren Größe.

Städtische Grünanlagen werden von vielen Menschen mehrmals pro Woche genutzt. Foto: Stan Petersen/Pixabay

Trend zum Innenstadtsterben durch Corona deutlich verstärkt

Eintönige Shopping-Meilen, der Rückzug ins Private, ein florierender Online-Handel und lediglich kurze Click-and-Collect-Aufenthalte – durch die Corona-Krise hat sich der negative Trend zum Innenstadtsterben deutlich verstärkt, wie der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) erklärt. Zunehmende Leerstände und freie Gewerbeflächen mindern die Attraktivität der Städte demnach weiter. Abhilfe würden hier innovative Grünkonzepte mit Wasserspielen, begrünten Fassaden oder fachkundig bepflanzten und gepflegten Grünflächen schaffen – was die von der BGL-Initiative „Grün in die Stadt“ in Auftrag gegebene neue forsa-Studie bestätigt, der zufolge sich eine überwältigende Mehrheit der Befragten häufiger und länger in den Innenstädten aufhalten würde, wenn es dort mehr Grün gäbe.

92 Prozent der Umfrage-Teilnehmer gaben demnach an, dass mehr Grün die Aufenthaltsqualität im urbanen Raum verbessern würde – woraus sich laut BGL konkrete Vorteile für Kultur und Wirtschaft ergeben. Denn die Befragten gaben nicht nur an, länger in den Städten zu verweilen (70 Prozent), sondern auch, dass mehr Grün das Shopping-Erlebnis bereichern würde (73 Prozent). Gerade Jüngere würden durch Stadtgrün vermehrt in die Innenstädte strömen, wie laut BGL weitere Umfragewerte belegen würden.

Viele nutzen städtische Grünanlagen mehrmals pro Woche

Nach der Attraktivität der bereits bestehenden Grünflächen befragt, gaben rund 38 Prozent in der forsa-Studie an, Parks mehrmals in der Woche zu besuchen – selbst dann, wenn sie einen eigenen Garten haben. Noch höher ist der Anteil in der Altersgruppe von 30 bis 39 Jahren (48 Prozent) sowie bei Familien mit Kindern unter zehn Jahren (63 Prozent). Im Zuge der intensiveren Nutzung ist den Befragten laut BGL aber auch der schlechtere Pflegezustand der Parks aufgefallen – fast jeder Fünfte gab in der Umfrage demnach an, dass hier Verbesserungsbedarf bestehe. Besonders auffallend ist dieser Negativtrend laut BGL in Berlin, wo sich knapp ein Viertel der Einwohner entsprechend kritisch geäußert habe. Unzufrieden zeigten sich die für die forsa-Studie Befragten darüber hinaus mit der Anzahl der innerstädtischen Grünflächen (29 Prozent) und deren Größe (19 Prozent).

BGL sieht ohne Grün schwarz für die Stadt der Zukunft

„Unsere forsa-Studie belegt, dass urbane Parks und Grünanlagen für die Menschen ungebrochen attraktiv sind. Und es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass das auch nach der Corona-Krise so bleiben wird. Somit erfährt Stadtgrün einen erhöhten Nutzungsdruck, der intensivere Pflege nötig macht“, kommentiert BGL-Vizepräsident Jan Paul die jetzt vorgelegten Studienergebnisse. „Aber auch ein topaktuelles Thema wie der Strukturwandel in den Innenstädten hat bei den Menschen hohe Priorität. Denken wir die gegenwärtigen Innenstädte ohne Grün weiter, so sehen wir als BGL schwarz für die lebendige, attraktive Stadt der Zukunft.“

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