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Forschung: Warum werden rote Poinsettien weiß?

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Warum werden rote Weihnachtssterne weiß? Die Aufklärung der molekulargenetischen Ursachen ist für eine erfolgreiche Weihnachtssternzüchtung der Zukunft ein wichtiger Baustein. Ein neuer europäischer Forschungsverbund arbeitet mit Unterstützung von Industriepartnern jetzt an der Beantwortung dieser scheinbar einfachen Frage.

Diese sechs Doktoranden wollen das Rätsel entschlüsseln, weshalb rote Poinsettien weiß werden. Foto: Selecta

„Der erste Anlauf unserer Entwicklungsabteilung, die Frage zu beantworten, scheiterte vor einigen Jahren“, erklärte Selecta One (Stuttgart). Nun hat das auf Züchtung, Produktion und Vermarktung von vegetativ vermehrbaren Zierpflanzen weitere Expertise ins Boot geholt, in Person von Prof. Karl Stich und Prof. Heidi Halbwirth von der Technischen Universität Wien, Experten der biologischen Grundlagen der Blütenfarbstoffbildung.

Forschung zu roten Blütenfarben und ihrer Vererbung

Von ihnen kam die Idee, einen europäischen Forscherverbund aufzustellen mit Selecta als Industriepartner. Dieser Forscherverbund bettet die zugrundeliegende Frage nun in einen größeren Rahmen ein und befasst sich allgemein mit roten Blütenfarben und ihrer Vererbung bei Weihnachtssternen, Rosen und Äpfeln.

Verstärkt wird der Forschungsverbund um eine bioinformatische Arbeitsgruppe der Universität Wien und eine Arbeitsgruppe der Technischen Universität München, die sich der Analyse von Pflanzeninhaltsstoffen widmet.

Der Forscherverbund erhielt jetzt eine finanzielle Förderung von der Europäischen Union zur Ausbildung von Jungwissenschaftlern im Gartenbaubereich. Seit dem 1. März wird so die Ausbildung von sechs Doktoranden aus ganz Europa ermöglicht und dabei die Forschungsfragen bearbeitet. Mit dabei sind Carmen Stefanini aus Italien, Benjamin Walliser aus Deutschland, Daria Nitarska aus Polen, Rares Lucaciu aus Rumänien, Martina Kolarek aus Kroatien sowie Vinicius Vilperte aus Brasilien.

Doktoranden arbeiten während des Projekts bei beteiligten Firmen

Da die Ausbildung industrienah ablaufen soll, werden die Doktoranden mindestens die Hälfte ihrer dreijährigen Projektarbeit bei einer der beteiligten Firmen arbeiten, so auch bei Selecta One.

„Vinicius Vilperte ist bereits seit Oktober 2016 in unserem Stuttgarter Labor mit Fragen zur Identifizierung von Kandidatengenen für die Farbstoff-Regulation beschäftigt, basierend auf jeder Menge neuer Sequenzdaten von roten und weißen Weihnachtssternen“, so das Stuttgarter Unternehmen.

Neben regelmäßigen Projekttreffen, bei denen alle Beteiligten über ihren Arbeitsfortschritt berichten, sind auch einige gruppeninterne Fortbildungen („Schools“) vorgesehen, die den Jungwissenschaftlern nach ihrer Promotion den Einstieg ins Berufsleben erleichtern sollen.

Neue Blütenfarben mittels moderner biotechnologischer Züchtungsmethoden

Selecta beteiligt sich aktiv bei zwei dieser begleitenden „Schools“ mit den Themen „Praktische Pflanzenzüchtung“ und „Business Management“. In weiteren Projektteilen sollen auch neue Blütenfarben bei Weihnachtssternen und Pelargonien mittels moderner biotechnologischer Züchtungsmethoden erzeugt werden.

Und schließlich, so hoffen die Beteiligten, wird mit der geballten „Manpower“ des Projektes auch endlich die Frage beantwortet werden, warum rote Weihnachtssterne weiß werden.