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Forschungsinitiative unterzeichnet gemeinsame Deklaration

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Insgesamt 24 europäische agrarwissenschaftliche Forschungseinrichtungen haben am Rande der „Paris International Agricultural Show“ eine gemeinsame Deklaration „Towards a chemical Pesticide-free Agriculture“ unterschrieben und sich damit für eine Landwirtschaft ohne chemischen Pflanzenschutz verschrieben.

Insgesamt 24 Forschungseinrichtungen unterzeichneten in Paris eine gemeinsame Deklaration zum nichtchemischen Pflanzenschutz. Foto: INRAE / Christophe Maitre

Forschungseinrichtungen unterzeichnen gemeinsame Deklaration

Seit Langem sieht sich die Landwirtschaft in Europa großem Druck und Reglementierungen seitens der EU konfrontiert. Besonders kritisiert wird vor allem der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln wie Insektiziden, Fungiziden und Herbiziden. Die Forderungen dabei reichen von Reduzierung bis hin zum Totalverzicht. Vor diesem Hintergrund haben das französische Institut national de recherche pour l‘agriculture, l‘alimentation et l‘environnement (INRAE), das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und das Julius Kühn-Institut (JKI) Mitte 2018 begonnen, eine Forschungsallianz zu bilden, um wissenschaftliche Grundlagen für einen Wandel der Landwirtschaft zu schaffen. Im Rahmen der Paris International Agricultural Show schlossen sich weitere Institute an, so dass insgesamt 24 Forschungseinrichtungen aus 16 europäischen Ländern sich in einer Deklaration verpflichten, gemeinsam an diesem Ziel zu arbeiten. „Ziel ist eine nachhaltige Landwirtschaft, die Nahrungsmittel und nachwachsende Rohstoffe in der benötigten Quantität und Qualität bereitstellt und dabei sowohl ökologisch und als auch ökonomisch tragfähig ist, damit auch künftige Generationen die Flächen noch profitabel bewirtschaften können“, sagt Prof. Dr. Frank Ordon, Präsident des Julius Kühn-Instituts.

Vernetzung der Forschungseinrichtungen notwendig

Die Initiative begründet sich auf dem von der Europäischen Kommission im Dezember 2019 beschlossenen Green Deal. Die Maßnahmen, an denen gearbeitet wird betreffen sektorübergreifend die Landwirtschaft, die Ernährungswirtschaft und die Umwelt. Es wurde bereits eine Forschungsagenda erarbeitet, die besagt, dass die Einrichtungen resiliente Anbauverfahren entwickeln, die Ökosystemleistungen besser berücksichtigen, die Züchtung krankheitsresistenter Sorten vorantreiben sowie die Gerätetechnik verbessern und weitere innovative technische Lösungen erarbeiten sollen. Um die Ziele zu erreichen, sei eine Vernetzung der Forschungseinrichtungen notwendig, zudem müssen die nationalen, wie europäischen Einrichtungen zusammengeführt werden. Federführung für die Initiative hat das INRAE in Frankreich.

Forschung, Entwicklung und Praxis müssen eng zusammenarbeiten

Laut Mitteilung des JKI sei das Ziel ambitioniert, denn es mangele zurzeit an nichtchemischen Alternativen, um die Kulturpflanzen vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen. Besonderer Wert soll in der Forschung auf integrierte, systemische Ansätze und eine multidisziplinäre Herangehensweise gelegt werden. Um die Landwirtschaft neu denken zu können, müssen auch die Forschungsmethoden überdacht werden. Die neuen Methoden müssen dementsprechend nicht nur im Labor funktionieren, sondern müssen vor allem auf dem Feld anwendbar sein. Deshalb sollen Forschung, Entwicklung und Praxis eng zusammenarbeiten, um die besten Lösungen für alle Bewirtschaftungsformen, für unterschiedliche Kulturen sowie für unterschiedliche Klima- und Bodenbedingungen zu finden.   

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