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Forschungspreis vergeben - Den Erreger der Apfeltriebsucht im Fokus

Es sind die vielfältigen chemisch-ökologischen Beziehungen zwischen Insekten, ihren Wirtspflanzen und deren Gegenspieler, die Dr. Jürgen Gross von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) erforscht. Jetzt erhielt er für ein Projekt zu dem Erreger der Apfeltriebsucht den mit 12750 Euro dotierten Preis des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft und der Deutschen Forschungsgemeinschaft. "Bisher gibt es nur wenige Arbeiten, in denen auch die Rolle eines Krankheits-erregers, wie zum Beispiel ein Virus oder Phytoplasma, in Untersuchungen von Interaktionen zwischen Pflanzen und Insekten mit einbezogen wird", so Dr. Jürgen Gross. Seine Arbeitsgruppe am Institut für Pflanzenschutz im Obstbau der BBA in Dossenheim untersucht die Wechselbeziehungen zwischen den verschiedenen Ernährungsebenen am Apfelbaum, zweier dort vorkommender Blattsaugerarten der Gattung Cacopsylla und deren natürliche Gegenspieler unter dem Einfluss des Krankheitserregers Apfeltriebsucht-Phytoplasma. Besonders interessant sind für Gross die Fragen, welche chemischen Faktoren bei der Erkennung der Wirtspflanze eine Rolle spielen, und ob sich das Verhalten der Pflanzensauger bei der Wirtswahl ändert, sobald sie selbst Apfeltriebsucht-Phytoplasmen in sich tragen. Mit den Ergebnissen des Forschungsvorhabens hofft er, neue Ansatzmöglichkeiten aufzeigen zu können, um diese und andere Pflanzenkrankheiten zukünftig innovativ und intelligent zu bekämpfen. Das Forschungsvorhaben trägt den Titel: "Interaktionen zwischen dem Apfeltriebsucht-Phytoplasma, seiner Vektoren Cacopsylla picta und C. melanoneura, ihrer Wirtspflanzen und Antagonisten".Seit einigen Jahren breitet sich das Apfeltriebsucht verursachende Phytoplasma (AP-Phytoplasma) in den Apfelanbaugebieten Mitteleuropas stark aus. Die befallenen Bäume treiben vorzeitig mit besenförmigem Wuchs aus (so genannte Hexenbesen), haben vergrößerte Nebenblätter und ihr Laub färbt sich rot. Wesentlicher ist allerdings der wirtschaftliche Schaden: Die Früchte bleiben klein, ihr Geschmack verändert sich, so dass eine Vermarktung unmöglich wird.