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Forschungsprojekt: natürliche Klimaanlagen im Test

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Heiße Sommertage – warme Nächte: Aufgeheizte Mauern und Wände geben die tagsüber gespeicherte Wärme bis tief in die Nacht an die Umgebung ab. Dadurch kann es in Innenstädten bis zu zwölf Grad Celsius wärmer werden als im Umland. Grüne Fassaden können dem jedoch entgegenwirken.

Versuchsingenieurin Johanne Bohl testet für die Fassadenbepflanzung auch neue Pflanzenarten auf Hitzetoleranz und Kühleffekt. Foto: LWG

Gesucht: ideales Zusammenspiel von Pflanzen und Bauwerk

Die Landesgartenschau in Würzburg gibt Anregungen, wie sich so etwas umsetzen lässt: Im Ausstellungsbereich „Klimawelten“ präsentieren das Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau in Veitshöchheim und das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE Bayern) ihr gemeinsames Forschungsprojekt zu vertikalem Grün. 

An der sogenannten Klima-Forschungs-Station wird das ideale Zusammenspiel von Pflanzen und Bauwerk untersucht. Für den Versuchsaufbau werden wandgebundene Begrünungssysteme und innovative Fassadenvarianten flexibel miteinander kombiniert, um herauszufinden, wie die kühlende Wirkung von verdunstenden Pflanzen zur Verbesserung des Mikroklimas optimiert werden kann. 

Neue Pflanzenarten auf dem Prüfstand

Bei der Bepflanzung der grünen Wände werden nicht nur Arten verwendet, die sich bei Fassadenbegrünungen bereits bewährt haben – zum Beispiel Heuchera, Gräser oder Katzenminze – sondern es stehen auch neue Arten wie Wald-Astern oder Kerzenknöterich auf dem Prüfstand, die hinsichtlich ihrer Hitzetoleranz und Kühlwirkung untersucht werden.

Insgesamt werden an der Klima-Forschungs-Station zwölf – sowohl immergrüne als auch laubabwerfende – Pflanzenarten mit vergleichbar hohem Wasser- und Nährstoffbedarf eingesetzt. Das soll eine partielle ganzjährige Begrünung ermöglichen, mit der sich auch winterliche Eigenschaften von grünen Fassaden wie zum Beispiel ein zusätzlich isolierender Effekt untersuchen lassen.

Klima-Forschungs-Station noch bis 7. Oktober geöffnet

Folgende Pflanzenarten werden im Versuch eingesetzt:

  • Aster divaricatus ‘Tradescant’ (Weiße Wald-Aster)
  • Bistorta amplexicaulis ‘Blackfield’ (Kerzen-Wiesenknöterich)
  • Campanula poscharskyana ‘Blauranke’ (Hängepolster-Glockenblume)
  • Chrysogonum virginianum (Goldkörbchen)
  • Geranium macrorrhizum ‘Czakor’ (Balkan-Storchschnabel)
  • Hakonechloa macra ‘Aureola’ (Japangras)
  • Heuchera Hybride ‘Chantilly’ (Purpurglöckchen)
  • Hosta lancifolia (Lanzenblatt-Funkie)
  • Nepeta ‘Walker‘s Low’ (Katzenminze)
  • Sesleria heufleriana (Grünes Kopfgras)
  • Waldsteinia geoides (Ungarwurz)

Die Klima-Forschungs-Station ist ein Gemeinschaftsprojekt der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) mit den Bauphysikern des Bayerischen Zentrums für angewandte Energieforschung (ZAE Bayern) ist noch bis zum Ende der Landesgartenschau Würzburg am 7. Oktober für Besucher geöffnet.