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Forschungsprojekte: Rosen ohne Mehltau

Bislang blieb der Versuch, gegen Mehltau resistente Rosensorten zu züchten, erfolglos, da sich der Mehltaupilz in den vergangenen Jahren immer wieder schnell an neue Resistenz-Faktoren angepasst hat. In der Molekularen Pflanzenzüchtung der Leibniz Universität Hannover wird nun in anderen Pflanzen nach Genen geforscht, deren Ausschaltung eine dauerhafte Resistenz bewirkt. 

Das sogenannte MLO-Gen (Mildew = Mehltau locus „o“) codiert ein Protein in der Pflanzenzelle, das der Echte Mehltau als Eintrittspforte in die Zelle missbraucht. Schaltet man dieses Pflanzen-Gen ab, kann der Pilz die Pflanze nicht mehr befallen.

Ziel eines Projektes an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Leibniz Universität ist es, MLO-verwandte Gene zu identifizieren, zu charakterisieren und unter 1.000 Rosensorten nach bereits vorhandenen natürlichen Mutanten zu suchen. Diese können eine verringerte Mehltau-Anfälligkeit bewirken.

Bisher konnten vier verschiedene MLO-Gene in Rosen gefunden und ihre Position auf den Chromosomen bestimmt werden. Mehr als 1.000 Sorten wurden nach Veränderungen in der DNA-Sequenz in diesen Genen untersucht. Neben zahlreichen Veränderungen, die keine Rolle für die Funktion der Gene spielen, wurden einige Varianten gefunden, deren Struktur auf einen Funktionsverlust hindeutet.

Erste Ergebnisse werden gegen Ende 2013 erwartet. In einem weiteren Projekt versuchen die Forscherinnen und Forscher, durch gezielte Veränderung der DNA von MLO-Genen defekte Varianten zu erzeugen und zu testen. (luh)