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Fracht-Engpässe haben Auswirkungen auf Gartenmarkt

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Der Warenverkehr zwischen Asien und Europa entwickelt sich für viele importierende Hersteller von Garten- und Baumarktartikeln aktuell zu einer großen Herausforderung. Bedingt durch die Corona-Pandemie seien Seefrachtrouten deutlich verringert, was zu einem Anstieg der Raten führe.

Durch weniger Personal in den Häfen entstehen Liefer-Engpässe, die wiederum eine Kostenexplosion zur Folge haben. Foto: Julius Silver/ Pixabay

Langsamere Abfertigung der Waren in den Häfen

Waren aus Asien, speziell aus China seien aktuell deutlich in Verzug. Aufgrund von Corona, seien Frachtkapazitäten über den Seeweg durch fehlende Container und Lockdown-bedingtem Personalmangel zurzeit deutlich geringer als üblich. Durch Kurzarbeit sind momentan weniger Menschen mit der Abfertigung von Frachtschiffen in den internationalen Häfen beschäftigt, wodurch eine Löschung und Abfertigung der Schiffe längere Zeit in Anspruch nehme. Dadurch stehen volle Container länger in den Häfen und warten auf ihre Abfertigung, was zur Folge hat, dass diese Container nicht leer zurück nach Asien gehen. Diese Lieferengpässe haben auch zum Teil deutlich höhere Frachtraten zur Folge. Die geplanten Abholungen und Verschiffungen der Waren verspäten sich dementsprechend. Eine kurzfristige Besserung der Situation sei ebenfalls nicht in Sicht, denn auch alternative Luft- und Landwege sind ebenfalls nahezu erschöpft und bieten somit kaum eine Alternative.

Frachtkosten um bis zu 300 Prozent höher

Die Kosten für neue Frachtaufträge belaufen sich aktuell bei bis zu 300 Prozent höheren Raten als üblich. Die Reedereien arbeiten mit Hochdruck daran, unter Abwicklung mit nur noch teilweise ausgelasteten Schiffsverkehren eine bedarfsgerechte Verteilung von Containern in den wichtigsten Umschlagshäfen der Welt wiederherzustellen. Allerdings nehme das Unterfangen noch einige Zeit in Anspruch, die Großreedereien schätzen, dass es noch weitere sechs bis acht Wochen in Anspruch nehmen werde.

Importierte Garten- und Baumarktprodukte werden zu Verlustgeschäft

Laut Industrieverband Garten (IVG) sei es allerdings nicht auszuschließen, dass diese Situation von Seefrachttransportunternehmen in die Länge gezogen werde, um die außergewöhnliche Preissituation möglichst lange aufrecht zu erhalten. Mittelständische Importeure von Garten- und Baumarktartikeln spielen hierbei laut IVG eine vergleichsweise geringe Rolle. Die Verspätungen in den Abgangshäfen und die Aufkündigung von vertraglichen Bedingungen durch Seefrachtspediteure, mit den damit einhergehenden explodierenden Kosten für neue Aufträge, stellt den Mittelstand nunmehr vor nicht vorhersehbare, aber dafür vollendete Tatsachen. Je nach Anteil der Seefrachtkosten am einzelnen Artikel, seien damit viele importierte Garten- und Baumarktprodukte auf Basis der bestehenden Preiskalkulation für die Lieferanten ein tiefrotes Verlustgeschäft.

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