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Pflanzenschutztagung: Phytomediziner geehrt

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Die Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft (DPG) hat im Rahmen der Deutschen Pflanzenschutztagung in Halle drei herausragende Phytomediziner für ihre wissenschaftlichen Leistungen im Bereich Pflanzenschutz ausgezeichnet. Preisträger sind Prof. Dr. Richard Sikora sowie zwei junge Wissenschaftlerinnen.

Anton-de-Bary-Medaille würdigt Sikoras wissenschaftliches Lebenswerk

Sikora, emeritierter Professor für Phytomedizin in Bodenökosystemen der Universität Bonn, wurde die Anton-de-Bary-Medaille verliehen. Damit würdigt die DPG sein wissenschaftliches Lebenswerk und seine bedeutenden Arbeiten zur Bedeutung der Bodenökosysteme für die Gesundheit von Pflanzen. Im Zentrum von Sikoras Forschung stand die Frage, wie unterschiedliche Böden, Kulturpflanzen und Klimabedingungen den Schaderregerbefall beeinflussen.

„Professor Sikoras Leistungen sind vielfältig. Hervorheben möchte ich, dass er schon sehr früh erkannte, welche positive Bedeutung die mit den Pflanzen vergesellschafteten Bodenmikroorganismen besitzen. Er erforschte Isolate dieser pflanzenassoziierten Mikroorganismen, ihren Wirkmechanismus wie auch die Möglichkeiten der praktischen Anwendung gegen pflanzenschädigende Nematoden“, so Prof. Dr. Holger Deising, 1. Vorsitzender der DPG, in seiner Laudatio.

Mit Privatdozentin Dr. Anne-Katrin Mahlein (Universität Bonn) und Dr. Stefanie Ranf (Technische Universität München) haben darüber gleich zwei junge Wissenschaftlerinnen in diesem Jahr den Julius-Kühn-Preis erhalten. Diese Auszeichnung würdigt Forscher unter 40 Jahren, die sich in besonderer Weise auf dem Gebiet der Phytomedizin verdient gemacht haben.

Sensor-Methode erkennt frühzeitig kranke oder gestresste Pflanzen

Mahleins Forschungsarbeit fokussiert sich darauf, kranke oder gestresste Pflanzen zu erkennen, bevor erste Symptome sichtbar sind. Hyperspektral-Sensoren erfassen dazu für das menschliche Auge unsichtbare Wellenlängen – kranke oder gestresste Pflanzenteile reflektieren andere Wellenlängen als gesunde Pflanzen. Entsprechend können mit dieser Technik nicht nur Krankheitserreger nachgewiesen werden, sondern auch Stadium und Schwere der Infektion.

Als sogenanntes nichtinvasives Verfahren zerstört die Sensor-Methode weder die Pflanze noch einzelne Zellen. Laut Mahleins Forschungen sollen in naher Zukunft Landwirte und Berater diese Technik nutzen können. Pflanzenzüchter sollen ebenfalls profitieren, da sie mit den Sensoren bei Kreuzungen früher als bisher Nachkommen mit den gewünschten Resistenzeigenschaften selektieren können.

Entscheidender Schritt auf dem Weg zu resistenten Sorten gelungen

Der zweite Julius-Kühn-Preis in diesem Jahr würdigt die Forschungsergebnisse von Dr. Stefanie Ranf. Ihr ist es gelungen, einen lange gesuchten Rezeptor der Pflanze zu identifizieren, der für die Abwehr- beziehungsweise Immunreaktion der Pflanze verantwortlich ist. „Ihre Ergebnisse sind beeindruckend und werden maßgeblich dazu beitragen, die Züchtung neuer, gegen Krankheiten resistenter Sorten voranzutreiben“, so Prof. Dr. Johannes Hallmann, 2. Vorsitzender der DPG, in seiner Laudatio.