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Friedhofsgärtner für Grabgestaltung auf BUGA ausgezeichnet

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Rund 60 Friedhofsgärtner aus ganz Deutschland beteiligen sich an der laufenden Bundesgartenschau (BUGA) in Erfurt, wenige Tage vor der Eröffnung bepflanzten sie die 52 Mustergräber im Ausstellungsbereich „Grabgestaltung und Denkmal“ mit verschiedenen Frühjahrsblühern. Damit fiel gleichzeitig der Startschuss für den friedhofsgärtnerischen Wettbewerb, in dem die Preisrichter bereits die ersten Auszeichnungen vergaben.

Geschwungene Pflanzbilder sorgen für lebhafte Spannung

„Auf der ganzen Anlage wird viel mit geschwungenen Pflanzbildern gearbeitet, der Boden in verschiedenen Höhen modelliert“, beschreibt Knut Mergenthaler, der vom Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) mit der Pflege des Areals während der BUGA betraut wurde, die diesjährige Grabgestaltung. „Auf diese Weise etwas Lebhaftes, Geschwungenes, einen Verlauf aus Pflanzen auf ein Grab zu bringen, bringt Spannung in den optischen Eindruck und lenkt von der meist rechteckigen Einfassung der Grabstelle ab“, erklärt der Gärtnermeister und gelernte Florist aus Esslingen, der viele Jahre ehrenamtlich für die Württembergische Friedhofsgärtner eG aktiv war.

Herausfordernde Bedingungen für teilnehmende Friedhofsgärtner

Bei der Bepflanzung der ihnen zugelosten Grabstellen sahen sich die teilnehmenden Friedhofsgärtner auf dem BUGA-Gelände in Erfurt verschiedenen Herausforderungen ausgesetzt, wie die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) schildert. Dazu gehörten einerseits die Witterungsbedingungen mit sehr warmen Tagen im März und dem unerwarteten Kälteeinbruch im April. Zum anderen stand den Gärtnern laut DBG pandemiebedingt das für die Jahreszeit übliche Sortiment an Frühjahrsblühern nicht in vollem Umfang zur Verfügung. „Doch von alledem ist beim Wettbewerb ‚Grabgestaltung und Denkmal‘ nichts zu sehen“, betont die DBG – vielmehr würden die aufwendigen Pflanzkonzepte auf den 52 Mustergräbern mit unterschiedlichsten Bodendeckern, zierlichen Gehölzen und dem klassischen Sortiment an Frühjahrsblühern eindrucksvoll die Gestaltungsvorgaben der Grabdenkmale interpretieren und unterstreichen.

Neben klassischen Grabformen – Einzel-, Doppel- oder Urnengrabstellen – sind im BUGA-Ausstellungsbereich „Grabgestaltung und Denkmal“ noch weitere Formen der Trauerkultur zu finden. Dazu gehört laut DBG beispielsweise ein Memoriam-Garten, in dem die Grabstätten auf einem in fließenden Formen gefassten Areal zu einem harmonisch gestalteten Ganzen verbunden werden. Ebenfalls vertreten ist das Grabgestaltungskonzept „NaturRuh – Natürlich Erinnern“, in das Futterstellen und Nistkästen, Insektenhotels und Unterschlupfmöglichkeiten für Tiere integriert sind.

Fünf Große Goldmedaillen und acht Ehrenpreise im BUGA-Wettbewerb

Diese Fülle an Beispielen moderner Grabgestaltung wurde von den Preisrichtern im friedhofsgärtnerischen Wettbewerb der BUGA in Erfurt jetzt mit den ersten Auszeichnungen prämiert – insgesamt 31 Gold-, zehn Silber- und acht Bronzemedaillen wurden vergeben, außerdem fünf Große Goldmedaillen der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft sowie acht Ehrenpreise.

Eine Große Goldmedaille der DBG erhielten:

  • die Ausstellergemeinschaft Prüße/Becker (Löhne) für die beste Gestaltung einer zweistelligen Wahlgrabstelle
  • Claudia Zander, Friedhofsgärtnerei Seppelfricke (Gelsenkirchen) für die beste Gestaltung einer Einzelwahlgrabstelle
  • die Friedhofsgärtnerei Seppelfricke (Gelsenkirchen) für die beste Gestaltung eines Wahlgrabes in fließender Form
  • die Gärtnerei Thomas Schlimgen (Köln) für die beste Gestaltung einer Urnengrabstelle
  • Gebhard Ihr Dienstleistungsgärtner (Eppingen) für die beste Gestaltung einer Einzelwahlgrabstelle

Jeweils mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet wurden:

  • Blumen Burmester (Burg) – Ehrenpreis des Bayerischen Gärtnerei-Verbands (BGV) und der Treuhandgesellschaft bayerischer Friedhofsgärtner für eine gelungene Pflanzenzusammenstellung in der Frühjahrsbepflanzung
  • Blumen Krisam (Solingen) – Ehrenpreis der Württembergischen Friedhofsgärtner eG für eine außergewöhnlich gestaltete Grabstätte
  • Blumenpavillon Neis, Johannes Heiser (Trier) – Ehrenpreis der Gesellschaft für Dauergrabpflege Westfalen-Lippe für eine gelungene Farbharmonie in der Frühjahrsbepflanzung
  • Blumenpavillon Neis, Karoline Heiser (Trier) – Ehrenpreis der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Niedersachsen/Sachsen-Anhalt für das bienenfreundlichste Frühjahrsbeet
  • Friedhofsgärtnerei Bell (Recklinghausen) – Ehrenpreis der Friedhofsgärtner Genossenschaft Bonn eG für die hervorragende Linienführung in Form und Farbe im Rahmen „Fließende Grabformen“
  • Gärtnerei Schlimgen, Christian Schlimgen (Köln) – Ehrenpreis der Rheinischen Treuhandstelle für Dauergrabpflege für die kreative Lösung zu einem außergewöhnlichen Grabmal
  • Grabgestaltung und Grabpflege Hüsemann (Werne) – Ehrenpreis der Friedhof Treuhand Berlin -FTB- Dauergrabpflegegesellschaft für den besten Erstaussteller
  • Kurpan Zimmer (Köln) – Ehrenpreis der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen/Thüringen für eine besonders harmonisch gelungene Farbkomposition in Abstimmung zum Grabmal

Weitere Bewertungen durch die sechsköpfige Fachjury werden im Verlauf der BUGA für die saisonale Sommer- sowie Herbstbepflanzung vorgenommen.

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