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Staudengärtner: Ausbildung nah an der Natur

Marlene Mosch liebt es, in der Natur zu sein. Ihre Leidenschaft wollte die 22-Jährige auch bei der Arbeit ausleben. Deshalb macht sie eine Ausbildung zur Staudengärtnerin in einem Fachbetrieb in Stelle (Niedersachsen). Marlene hält sich jetzt viel unter freiem Himmel auf und hat den ganzen Tag über mit Pflanzen zu tun.

Immer nah an der Natur, für Marlene Mosch ist die Ausbildung zum Staudengärtner genau richtig. Foto: GMH

Staudengärtner: Bei jedem Wetter an der frischen Luft

Bei jedem Wetter draußen, Erde an den Händen und die Natur im Blick – so sieht der Arbeitsalltag als Staudengärtner aus. Für Marlene Mosch genau die richtige Tätigkeit. Nach ihrem Realschulabschluss machte sie zuerst eine Ausbildung zur Floristin. Der kreative Beruf mit Blumen und der Kontakt mit Kunden bereitete ihr Freude. Doch sie vermisste es, draußen zu sein und wollte zudem die Produktion von Stauden kennenlernen. Also schloss sie eine Ausbildung zum Staudengärtner in einem Fachbetrieb an. Jetzt richtet sich ihr Arbeitstag nach dem Wetter und den Jahreszeiten.

Ausbildung Staudengärtner: Vermehrung der Stecklinge

Derzeit verbringt die Auszubildende zum Staudengärtner im zweiten Lehrjahr viel Zeit mit der Staudenvermehrung durch Stecklinge. Dafür steht Marlene Mosch mit ihren Gärtnerkollegen im Gewächshaus und schneidet Triebspitzen von gesunden Mutterpflanzen ab. Diese setzen die Staudengärtner in Stecklingsplatten mit einem speziellen Erde-Sand-Gemisch.

Geschützt im Gewächshaus unter Sprühnebel oder im Folientunnel bilden die Stecklinge nach einiger Zeit Wurzeln. Als Jungpflanzen kommen sie dann ins Freie und werden zum ersten Mal gedüngt. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn sich die Tische mit immer mehr Platten voller neuer Pflanzen füllen“, sagt Mosch. Am Ende des Tages könne sie genau sehen, was sie geschafft hat.

Pflanzennamen sind ein Herausforderung für Staudengärtner

Die Herausforderungen für Staudengärtner sind nicht dünn gesät. Zum Beispiel kostet das Lernen von botanischen Pflanzennamen einige Zeit, denn Gärtner nutzen ein international gültiges Bezeichnungssystem. Von einem Teil der etwa 1.300 verschiedenen Arten und Sorten in ihrem Betrieb kennt Marlene Mosch bereits die lateinische Namen und ihre Eigenschaften.

„Ich habe jeden Tag viele Pflanzen in der Hand, da lerne ich ständig dazu“, sagt die 22-Jährige. Die intensive Beschäftigung mit lebendem Grün macht ihr Spaß und immer wieder entdeckt sie neue Lieblingsarten. Während sie sich als Floristin vor allem mit prächtigen Blüten beschäftigt hat,  gefallen ihr in der Staudengärtnerei nun die unscheinbareren Schattenstauden. „Ich mag jetzt Arten, bei denen man genau hinschauen muss, um ihre Schönheit zu erkennen“, sagt sie. Wie zum Beispiel bei der Wiesen-raute (Thalictrum), die mit zarten Blüten und feingliedrigen Blättern punktet.

Teamgeist ist wichtig

Ob sie sich später wieder mit Floristik beschäftigt, weiß Marlene Mosch noch nicht. „Ideal wäre es, irgendwann beide Berufe zu kombinieren.“ Im Anschluss an ihre Ausbildung zum Staudengärtner möchte sie auf jeden Fall noch ein paar Jahre in einer Staudengärtnerei arbeiten. Dafür bringt sie die richtigen Voraussetzungen mit: Sie hat Lust mit Pflanzen zu arbeiten – bei Wind und Wetter- und  möchte die Stau-den kennenlernen mit  Namen und Eigenschaften. Und gesellig ist die angehende Staudengärtnerin auch. „Das meiste erledigen wir im Team und haben viel Spaß bei der Arbeit.“