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Friedhofsgärtner NRW: viel Gießarbeit und Fachkräftemangel

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Trockenheit auf dem Friedhof, Arbeitskräftemangel, Novellierung der Ausbildung und der neue Sitz des Landesverbandes in Oberhausen – das waren einige Themen, die bei der jüngsten Tagung der Friedhofsgärtner in Nordrhein-Westfalen im Technologiezentrum Oberhausen zur Sprache kamen.

Das Gießen hat im vergangenen Jahr bei den Friedhofsgärtnern enorme Arbeitskapazitäten gebunden. Foto: Pixabay

Was tun, wenn Friedhofsträger im Hochsommer die Wasserleitung zudrehen?

Carsten Nöll, Vorsitzender des Fachverbandes Friedhofsgärtner, warnte, dass sich der Klimawandel manifestieren könnte, mit Rekordtemperaturen von 44 Grad im vergangenen Jahr und jetzt mit Dezember und Januar, die schon wieder drei Grad über dem Durchschnitt liegen. Das Gießen habe enorme Arbeitskapazitäten gebunden, und „wir kennen den Wasserbedarf unserer Anlagen“, so Nöll.

„Was sollen wir künftig tun, wenn – wie in Hessen geschehen – Friedhofsträger im Hochsommer die Wasserleitung zudrehen?“, fragte Nöll. Die Gärtner sollten sich jetzt für frei verfügbares Wasser auf den Friedhöfen einsetzen, forderte er. Denn vertrocknete Beete und Neuanlagen helfen keiner CO-Bilanz, keinem Insekt und schon gar nicht einem schon ramponierten Image mancher Friedhöfe.

Viele Friedhofsgärtner suchen händeringend Gesellen

Weiter sei die Fachkräftelage unzureichend, und viele Betriebe suchten händeringend nach Gesellen, so Nöll. Der Mitarbeiter werde zur knappen Ressource. Und das werde sich auch in den kommenden Jahren trotz rückläufiger Anzahl von Fachbetrieben nicht entspannen. Nordrhein-Westfalen habe nicht nur die meisten friedhofsgärtnerischen Fachbetriebe, sie bilden mit über 230 jungen Menschen auch absolut am stärksten in Deutschland aus.

Dennoch reiche die Zahl bei weitem nicht, warnte Nöll. Stärker auf die Realität in den Betrieben eingehen, forderte er, und dabei könne „die von uns angestoßene Novellierung der Ausbildungsverordnung nur hilfreich sein“.

Weiterhin kritisch stehe der Verbandsvorstand dem Qualitätszeichen Überprüfter Fachbetrieb Friedhofsgärtnerei gegenüber. In Nordrhein-Westfalen sind es etwa 110 Fachbetriebe, die Zahl stagniere oder sei teilweise auch rückläufig, weil seit Jahrzehnten keine Veränderung in Ausprägung und Wahrnehmung des Zeichens umgesetzt wurden.

Schonvermögen: Friedhofsgärtner wollen klar formulierte Verwaltungsanweisung

In Sachen Schonvermögen verlangen die Friedhofsgärtner immer noch eine von der Landes- oder Bundesregierung klar formulierte Verwaltungsanweisung. Diese sollte die aktuelle Rechtsprechung berücksichtigen und ältere pflegebedürftige Mitglieder nicht zwingen, einen Dauergrabpflegevertrag aufzukündigen.

Beschlossen ist der neue geplante Standort des Landesverbandes Gartenbau, auch des Fachverbandes und der beiden Treuhandstellentöchter in Oberhausen. In rund eineinhalb Jahren soll der Einzug sein.

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