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Friedhofsgärtner: ununterbrochen im Gießeinsatz

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Kleine grüne Oasen inmitten einer verdorrten Steppenlandschaft: So präsentieren sich momentan viele Friedhöfe im Bundesgebiet. Um die Pflanzen auf den Gräbern unbeschadet über den Hitzesommer zu bringen, sind die Friedhofsgärtner aktuell fast ununterbrochen mit Gießen beschäftigt.

Der unermüdliche Gießeinsatz der Friedhofsgärtner zeigt Wirkung und lässt die Pflegegräber wie grüne Oasen in einer verdorrten Steppe wirken. Foto: GdF

Pflanzenerhalt hat oberste Priorität

„Bei uns Friedhofsgärtnern liegt die Priorität derzeit ganz klar beim Pflanzenerhalt. Das gelingt nur durch das ununterbrochene Gießen“, erklärt Friedhofsgärtnermeister Holger Geister aus Kassel. „Unsere Tage beginnen sehr früh mit Gießen und enden spät mit derselben Tätigkeit. Wir arbeiten seit Monaten rund um die Uhr an sechs Tagen in der Woche, damit unsere Pflegegräber bestmöglich versorgt und die Kunden zufrieden sind. Damit sind wir am Limit unserer Arbeitsbelastung angekommen!“

Der Lohn für den unermüdlichen Einsatz mit Gießkanne und Schlauch: Während sich die Grasflächen zwischen den Grabstellen vielerorts zu trockenen und verdorrten „Wüstenlandschaft“ entwickelt haben, zeigen sich die engmaschig gegossenen Pflegegräber als kleine grüne Oasen – trotz der extremen Hitze und der langanhaltenden Trockenheit, die sich selbst von den dicksten Friedhofsmauern nicht aufhalten ließ.

Friedhofsgärtner versorgen auch Tiere mit Wasser

Unter den momentanen Witterungsverhältnissen leiden zudem Wildtiere wie Amseln, Bienen oder Eichhörnchen, für die Friedhöfe im Sommer normalerweise als schattige Rückzugsoasen dienen. Wegen der Hitze sei es derzeit allerdings ungewöhnlich still auf seinem Arbeitsplatz, wie Geister beobachtet hat.

„Die Tiere leiden sehr und haben sich in die hintersten Winkel zurückgezogen. Bei unseren Gießgängen über den Friedhof sorgen wir stets auch dafür, dass Trinkschalen voll mit Wasser für die Tiere aufgestellt sind. Nur so lassen sie sich hervor locken“, erklärt der Unternehmer aus Kassel. Somit erweisen sich die Friedhofsgärtner vielerorts als Retter in der Not für Pflanzen und Tiere.

Gehölze auf Friedhöfen im Hitzestress

Anders verhält es sich mit Bäumen, Sträuchern und Hecken, die – im Gegensatz zu den ausgiebig bewässerten Pflanzen auf den Pflegegräbern – einem enormen Hitzestress ausgesetzt sind. Deutliches Anzeichen dafür sind die rötlich, bräunlich oder gelblich verfärbten Blätter der Gehölze. Einige Bäume und Sträucher sind sogar schon fast kahl, wie Geister erklärt.

„Landauf und landab hat der Herbst bereits begonnen, trotz 30 Grad im Schatten“, resümiert der Friedhofsgärtnermeister. „Die Folgen dieses Sommers werden wir noch bis in das nächste Jahr hinein spüren. Erst dann werden sich unsere Arbeitsabläufe normalisieren und die Pflanzen hoffentlich erholen.“

Zusätzlich erschwert wurden die Grabpflegearbeiten in den vergangenen Tagen durch Unwetter mit Starkregen und Hagel, die in vielen Teilen Hessens niedergingen.