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Friedhofsgärtner wollen Kapellen betreiben

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Die Mitgliedsbetriebe der Friedhofsgärtner-Genossenschaft Bonn möchten mehrere Kapellen auf den Bonner Friedhöfen vor dem weiteren Verfall bewahren und sie wieder zu gebuchten Feierstätten machen. Wir fragten nach, wie die Idee dazu aussieht.

Kapelle auf dem Alten Friedhof in Bonn-Ippendorf. Das neue Friedhofskonzept sieht bislang vor: Schließung und Abriss des Gebäudes. Foto: Klaus Schneider

Kapellen zum Teil abrissgefährdet

„In Bonn verfügen von den 40 Friedhöfen 33 über eine Kapelle. Nur 20 davon möchte die Stadt Bonn im Zuge ihres geplanten neuen Friedhofskonzepts erhalten, sieben sogar abreißen lassen“, bedauert Klaus Schneider, Prokurist der Bonner Friedhofsgärtner-Genossenschaft.

Dem wollen die derzeit 25 in einer GbR vereinten Mitglieder – Friedhofsgärtnereien, Bestatter und die Friedhofsgärtner-Genossenschaft – gerne Einhalt gebieten. Deshalb beschlossen und planten sie auf ihrer letzten Mitgliederversammlung, gemeinsam für die Unterhaltung der gefährdeten Kapellen aufzukommen.

Friedhofsbesucher schätzen kurze Wege

Säubern, Streichen, Vermieten – das würden die Betriebe übernehmen, das Gebäude-Management der Stadt Bonn müsste die große Unterhaltung – beispielsweise Fenster- und Dachreparaturen – übernehmen. Laut Schneider sind viele Kapellen zwar in einem schlechten Zustand, aber mit relativ einfachen Mitteln wieder in Stand zu setzen.

Schneider freut sich, das Bewegung in die Sache gekommen ist: „Nachdem wir das Thema öffentlich gemacht haben, erhalten wir großen Zuspruch: Von den Bewohnern der einzelnen Ortsteile. Auch von Ratsmitgliedern und Politikern.“ Anscheinend liegt doch einer ganzen Reihe Menschen daran, den Friedhof als Ort der Begegnungen zu erhalten und sie schätzen die kurzen Wege zur Kapelle vor Ort.

Kapellen für Ausstellungen und Co. öffnen

Dabei geht es nicht nur um Trauerfeiern – die Friedhofsgärtner möchten die Kapellen auch für andere Veranstaltungen wie Ausstellungen, Lesungen, kleine Konzerte öffnen – nach dem Vorbild des Bonner Alten Friedhofs, wo ein solches Konzept schon seit Längerem funktioniert.

Wenn es nach der Idee der GbR-Mitglieder geht, würden sie mit der Stadt für jede einzelne der betreuten Kapellen einen eigenen entsprechenden Vertrag schließen. Für Arbeit und Materialien, die die Betriebe investieren, würden sie im Gegenzug an den Mieteinnahmen beteiligt werden, um zumindest ihre Kosten ausgleichen zu können.

Alle profitieren vom Erhalt

In der Summe, so Schneider, hätten alle etwas davon, denn den Friedhöfen blieben auf diese Weise die teilweise sehr alten Kapellen erhalten – und würden wieder in einen ansehnlichen Zustand versetzt, der bei der Bevölkerung Interesse wecke, diese wieder vermehrt zu nutzen. Im derzeitigen Zustand sei das bei vielen Kapellen keinem zuzumuten, sagt Schneider.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der August-Ausgabe der Friedhofskultur.