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Friedhofsgeschäft unter massivem Druck

Die Umsatzentwicklung in den rheinischen Friedhofsgärtnereien wird in der Gesamtschau in diesem Jahr nicht positiv ausfallen. Zum dritten Mal in Folge stehen die den Friedhofsgärtnereien angeschlossenen Blumengeschäfte unter massivem Druck, und das Nachfrageverhalten in der Grabpflege entwickelt sich weiterhin negativ. Dieter Neundorf (Aachen), Vorsitzender des Fachverbandes Rheinischer Friedhofsgärtner, beschrieb in Meerbusch die Lage. Vor einem Jahrzehnt hätten sich Friedhofsgärtner in Nordrhein-Westfalen nicht vorstellen können, dass sich insbesondere der Dienstleistungsbereich so negativ entwickelt, wie es heute die meisten Betriebe feststellen. Gründe dafür sieht er nicht in einer mangelnden Leistungsfähigkeit oder Arbeitsbereitschaft, sondern im Wegbrechen des mittleren Kunden-Segmentes. Und das wiederum beruhe auf einem gesellschaftlichen Werteverfall bezogen auf die Bestattungstradition sowie auf dem Auseinanderfallen des Familienverbundes und einer nicht mehr nachvollziehbaren falsch verstandenen Liberalität im NRW Bestattungsgesetz. Die Kundschaft teile sich heute klar in zwei Gruppen auf. Zum einen Menschen, denen Trauer, ehrendes Gedenken und Friedhofskultur am Herzen liegt, die sich den Luxus eines Familiengrabes leisten und auch den Friedhofsgärtner mit der Pflege beauftragen. Zum anderen Kunden, die nur noch das Notwendigste in Auftrag geben und Bestattungsarten wählen, die kaum noch einer Dienstleistung des Friedhofsgärtners bedürfen. "Wir müssen uns als gärtnerische Unternehmen auf das veränderte Verbraucherverhalten einstellen und Dienstleistungsbereiche entwickeln, die den Bedürfnissen derjenigen stärker entgegenkommen, die wir zunehmend verlieren. Wir müssen agieren und nicht reagieren", sagte Neundorf. Konkretes Projekt ist das Forcieren so genannter Gemeinschaftsgrabanlagen.