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Fruit Logistica zeigt neue Frostschutz-Technik

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Morgen startet die Fruit Logistica in Berlin. Die Fachmesse für den Grünen Frischebereich zeigt bis zum 8. Februar unter anderem innovative Technik für Anbau und Produktion von Obst und Gemüse. Zu sehen sein werden beispielsweise Systeme für den Frostschutz von Erwerbsobst-Anlagen.

Antifrost-Kerzen mit zehn Stunden Brenndauer

Zum Frostschutz im Obst- und Weinbau wurden die Stop-Ice-Antifrost-Kerzen von der slowenischen Firma Svecarstvo Jurkovic (Halle 9, Stand B-01) entwickelt. Sie werden exklusiv von der Gesco Vertriebs- & Marketing GmbH aus Österreich vertrieben.

Die Antifrost-Kerzen wirken durch Lufterwärmung. Ihre Brenndauer beträgt zehn Stunden, und sie sind mehrfach verwendbar, so der Hersteller. Der integrierte ökologische Anzünder ist geruchsneutral und gesundheitlich unbedenklich.

Frostschutzofen mit Pelletbetrieb

Der AntiFrost Voen ist ein mit Pellets betriebener Frostschutzofen, der einfaches Handling, sichere Funktionsweise und effizientes Arbeiten verbindet. Er soll eine kostengünstige und effiziente Alternative für den Frostschutz und zusammen mit dem Voen-Überdachungssystem eine ideale Kombination für eine ertragreiche Ernte bieten. Er ist TÜV-geprüft und entfaltet nur eine geringe Rauchentwicklung. Er besteht aus eloxiertem Blech und erzeugt etwa 20 Kilowatt Heizleistung.

Gedacht ist er für den Einsatz ab etwa 30 Öfen je Hektar, je nach Frostintensität. Messungen im März 2018 vor einem Folientunnel zeigten, dass die Durchschnittstemperatur die ganze Nacht im Bereich zwischen minus vier und minus fünf Grad gelegen hatte. Ein weiterer Temperaturfühler, mittig im Tunnel angebracht, zeigte Temperaturen über null Grad, im Bereich von plus eins bis plus zwei Grad, berichtet der Hersteller Voen Vöhringer (Halle 8.1, Stand A-01). Daraus ergeben sich durchschnittliche Temperaturerhöhungen um rund vier Grad.

System zur Folienüberdachung von Stein- und Beerenobst

Ebenfalls von Voen Vöhringer stammt das Voen-System zur Folienüberdachung von Steinobst- und Beerenfruchtanlagen, das nach der Ernte zwei Möglichkeiten der Folienlagerung bietet. Die Überwinterung der eingepackten Folie erfolgt auf dem Firstseil in der Obstanlage. Bei dieser Variante wird bei der Erstinstallation eine schwarze, 80 Zentimeter breite Schutzfolie zusätzlich zum normalen Foliengewebe auf dem Firstseil fixiert.

Zum Überwintern werden die Folienbahnen nach oben gerafft, die Schutzfolie umgelegt und fixiert. Somit sind die Folienbahnen, sicher von der Schutzfolie umwickelt, über den gesamten Winter am Firstseil gelagert und werden vor Witterungseinflüssen geschützt, was laut Hersteller zu einer längeren Haltbarkeit führt. Vorteil der Folienüberwinterung in der Obstanlage sei schnelles Reagieren, insbesondere bei Frostgefahr.

Alternativ kann die Folie mit einer Wickelmaschine montiert und auch wieder abgenommen werden.

Mobile Windmaschine

Die mobile Windmaschine Tow and Blow „Profi-Modell“ von Schillinger Beregnungsanlagen (Halle 9, Stand B-11) wurde speziell für größere Betriebe konzipiert und eignet sich, um Flächen von vier bis 5,5 Hektar Produktionsfläche vor Frost zu schützen. Das Gerät benötigt eine Rüstzeit von rund 15 Minuten. Es sind keinerlei Baumaßnahmen wie ein Betonfundament oder ähnliches notwendig.

Das Mobilgerät arbeitet sehr leise und ist sparsam im Betrieb. Der Transport ist mit Traktor oder Geländewagen möglich. Es ist kompakt und wendig. Eine Durchfahrt durch die Reihen von 3,5 Metern Abstand oder ein Betrieb in Hagelnetzanlagen ist durch die kompakte, aber doch hohe Bauweise in Arbeitsstellung, möglich.

Die Windmaschine arbeitet mit einem Kohler-Dieselmotor mit 30 PS, welcher mit dem Gebläse direkt gekoppelt ist. Die Startautomatik schaltet die Anlage bei programmierter Start- und Stopptemperatur ein und wieder aus. Auch eine Wetterstation mit Ein- und Ausschaltkontakt kann gekoppelt werden.

Windmaschine bietet komfortablen Schutz

Amarillo Windmaschinen sind selbstständige Frostschutzsysteme, die entwickelt wurden, um fast jeden Frost zu bekämpfen. So beschreibt es der Anbieter Agrofrost (Halle 6.1, Stand B-17). Man habe sich wegen der Betriebssicherheit der Maschinen für Amarillo entschieden, die einen komfortablen Schutz der Produktionsanlagen bieten. Und sie lassen sich auch mit einem automatischen Start betreiben.

Windmaschinen sind ideal zum Schutz von größeren Parzellen. Nach Angaben von Agrofrost ist aber eine gute Inversionslage notwendig. So könne die geschützte Fläche bei einem Umfang von etwa sechs Hektar liegen und die Temperaturen bei etwa minus drei Grad.

Frostbuster bläst erwärmte Luft

Frostbuster und FrostGuard von Agrofrost bieten nach Herstellerangaben nicht nur einen guten Schutz gegen Nachtfrost, sondern können zusätzlich den Fruchtansatz verbessern. Abhängig von der Größe der Produktionsflächen, den klimatischen Daten und persönlichen Vorstellungen lasse sich eine ideale Art des Schutzes wählen.

Der Frostbuster schützt vor Frost, wo kein Wasser verfügbar ist, und funktioniert auch bei Windfrost. Bei ihm handelt es sich um eine gezogene Maschine, die aus einem Gasbrenner besteht, welcher die Luft erwärmt. Die erwärmte Luft wird durch ein Gebläse beidseitig bis in eine Entfernung von 40 bis 50 Metern in die Anlage geblasen. Dabei wird mit der Maschine kontinuierlich auf einem festgelegten Weg und mit vorgegebener Geschwindigkeit gefahren. Die Fläche, die damit frostfrei zu halten ist, hängt von der Lage und der Form der Parzelle ab und beträgt maximal acht Hektar.

Frost-Alarm für den Start

Agrofrost bietet darüber hinaus ein Alarmierungssystem, das dem Produzenten rechtzeitig mitteilt, wann der Frostschutz starten muss. Das Alarmgerät wird am niedrigsten und kältesten Punkt der Produktionsanlage aufgestellt. Somit geht die Warnmeldung zum richtigen Zeitpunkt hinaus an den Anwender.

Die Sensoren arbeiten mit einer Empfindlichkeit von 0,1 Grad für eine maximale Präzision. Es arbeitet mit einer handelsüblichen SIM-Karte zum Versenden von SMS-Nachrichten an bis zu vier Mobiltelefonen.