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Für Investitionen sei jetzt eine gute Zeit

Friedberg. Trotz der derzeit schlechten Gesamtkonjunktur werden die Betriebsergebnisse der Gärtnereien im Jahr 2009 wahrscheinlich nicht schlechter sein als 2008, sagte Horst-Dieter Riepe, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, in seiner Rede beim Hessischen Gartenbautag voraus. Er begründete diese Erwartung vor allem mit dem Rückgang der Heizölpreise sowie den Konjunkturprogrammen: „50 Milliarden Euro, die in den Konsum und in Investitionen gehen, werden in gewissem Umfang auch dem Gartenbaumarkt zugutekommen!“

Sowohl für Einzelhandelsgärtnereien als auch für gartenbauliche Produktionsbetriebe werde 2009 kein Krisenjahr. Immer mal wieder habe sich gezeigt, dass die Verbraucher in gesamtwirtschaftlich schwierigen Jahren ihr Geld eher fürs engere Wohnumfeld, wie Haus und Garten, ausgeben: „Auch in Krisenzeiten gönnt man sich ‘was Schönes!“ Darüber hinaus scheinen bestimmte Banken nach Einschätzung Riepes jetzt wieder mehr als in den letzten Jahren bereit zu sein, Kredite an Gärtnereien zu geben: „Sofern die Zahlen des Unternehmens einigermaßen stimmen!“ Für Betriebe mit guten Zahlen und damit wirklicher Zukunftsperspektive sei es sinnvoll, gerade in diesem Jahr zu investieren.

In seinem Bericht über steuerliche Neuerungen 2009 äußerte sich Riepe unter anderem positiv über die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung. Doch sei generell bedauerlich, dass dieses betriebswirtschaftlich sehr gute Instrument zwischendurch immer mal wieder abgeschafft wird und die Wiedereinführung auch jetzt bis Ende 2010 zeitlich befristet ist. Außerdem kämen immer wieder neue Prozentsätze auf: „Wir hatten degressive Abschreibung mit 20 Prozent, ebenso mit 30 Prozent.“

Jetzt seien es also 25 Prozent. Die Abschreibung „in fallenden Jahresbeträgen“ darf für Investitionen in den Jahren 2009 und 2010 bis zu 25 Prozent betragen. Das wurde kurz vor Jahresende im Rahmen des Maßnahmenpakets zur Beschäftigungssicherung beschlossen. Durch diese degressive Abschreibung können manche Investitionen früher als bei linearer AfA von der Steuer abgesetzt werden.

Wie Riepe ergänzte, dürfen kleine und mittlere Unternehmen ergänzend zur degressiven AfA zusätzliche Sonderabschreibungen in Höhe von 20 Prozent vornehmen. Dies betrifft beispielsweise landwirtschaftliche Betriebe bis 175.000 Euro Wirtschaftswert. Damit könnten jetzt etwas größere Betriebe als vorher ebenfalls dieses Instrument nutzen.

Härtere Strafen für Steuersünder

Riepe sprach in seinem Vortrag die mittlerweile bekannten Einzelheiten des zweiten Konjunkturpakets, das insgesamt 50 Milliarden Euro umfasst, ausführlich an. Leider gehe ein zu geringer Teil des betreffenden Betrages, nämlich 22 Milliarden Euro, den Bürgern direkt zu. Gemeint sind die Instrumente Steuerentlastung, Kinderbonus und Abwrackprämie. Außerdem würden Effekte der Steuerentlastung erst ab 2010 wirksam.

Die jetzt härteren Strafen für Steuerhinterziehung wurden ebenfalls angesprochen. Mit dem Urteil von 2. Dezember 2008 habe der Bundesgerichtshof erstmals feste Grenzen für Sanktionen formuliert. Schon 50.000 Euro Steuerschaden sei nun ein „besonders schwerer Fall“, der mit langen Haftstrafen geahndet werden kann. Die Verjährung wurde auf zehn Jahre verlängert.