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Gärtner & Floristen: Mindestvergütung trifft nur Ost-Azubis

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Auszubildende in Deutschland sollen künftig mindestens 504 Euro im Monat verdienen – einerlei, welchen Beruf sie lernen und in welchem Bundesland sie ihre Ausbildung absolvieren. Für Gartenbau und Floristik würde dies nach Aussagen der Gewerkschaft IG BAU nur in einigen neuen Bundesländern zu Veränderungen führen.

Im Gartenbau und der Floristik liegt die Vergütung für Auszubildende bereits größtenteils über der jetzt geforderten Mindestvergütung. Foto: Ingo Bartussek/Fotolia

Bundesbildungsministerium will richtungsweisende Änderungen

Die Mindestvergütung für Auszubildende war bereits im Koalitionsvertrag fest vereinbart worden. Nun steht im 50. Jahr seines Bestehens die Novelle des Berufsbildungsgesetzes an – und das Bundesbildungsministerium hat sich zum Ziel gesetzt, hier richtungsweisende Änderungen auf den Weg zu bringen. Eine davon ist die Mindestvergütung für Auszubildende.

Die Höhe dieser Mindestvergütung soll sich im ersten Lehrjahr am Schüler-BAföG orientieren und danach jährlich steigen. Nach dem Höchstsatz von 504 Euro im Monat im ersten Jahr soll sie im zweiten Jahr um fünf Prozent, im dritten um zehn Prozent und, sofern vorhanden, im vierten um 15 Prozent steigen. Der Azubi-Mindestlohn soll bundes- und branchenweit gelten. Bisher weichen die Gehälter von Lehrlingen in Ost und West teils weit voneinander ab.

Vergütung in Gartenbau und Floristik größtenteils höher

In den meisten Ausbildungsberufen liegt die Vergütung allerdings heute schon darüber – so auch größtenteils in Gartenbau und Floristik. Von dem neuen Mindestlohn würden hier vor allem Azubis in Ostdeutschland profitieren.

„Tarifpolitisch würde dies nur in den Bereichen Auftrieb geben, in denen wir noch deutlich darunter liegen, wie in der Floristik Ost (375 Euro je Monat im ersten Ausbildungsjahr) oder auch Gartenbau Thüringen“, bestätigt Ruprecht Hammerschmidt, Pressesprecher der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

„Für die Betriebe ist das offenbar leistbar“, ergänzt er: In den letzten Tarifverhandlungen sei die Durchsetzung deutlich höherer Ausbildungsvergütungen, gerade auch aufgrund der schlechten Fachkräftesituation, in der Regel kein Problem gewesen, so seine Erfahrungen.

SPD will noch höhere Mindestvergütung

Ob das so bleibt, ist allerdings fraglich, wenn sich die SPD mit ihren Vorstellungen durchsetzen kann. Die nämlich schloss sich kürzlich laut Informationen des Tagesspiegels den Forderungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) an, wonach Auszubildende im ersten Lehrjahr mindestens 660 Euro im Monat bekommen sollen. Das wiederum beträfe Gartenbau und Floristik weit mehr.