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Gärtnerbörse: Nachhaltigkeit von Zierpflanzen

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Beetabdeckungen im Freiland bieten eine Möglichkeit, Pflanzen zu schützen und sie eher zur Blüte zu bringen. Am LfULG in Dresden-Pillnitz wurden zweijährige Schnittblumen mit Vlies verfrüht. Gärtnerbörse 3/2020 stellt die Versuchsergebnisse vor. Außerdem befasst sich die neue Ausgabe aus verschiedenen Blickwinkeln mit dem omnipräsenten Thema Nachhaltigkeit.

Mit ihrer neuen „Zero“-Topfpflanzenkollektion wollen die Gärtner der PlusPlants-Gruppe Nachhaltigkeit nicht nur umsetzen, sondern dies auch zeigen. Foto: Dr. Heinrich Dreßler

Pflanzen im Idealfall nachhaltig und ressourcenschonend produziert

Für den Gartenbau befassen sich mehrere Projekte mit diesem Thema. Zwei wurden auf einer betriebswirtschaftlichen Fachtagung vorgestellt: ProKonZier aus Geisenheim und ein weiteres vom Niederrhein (Seite 14). Aus Sicht mancher Verbraucher sind Kunststoff-Verpackungsabfälle problematisch, so ein Fazit aus ProKonZier. Regionalität und Haltbarkeit sind wichtige Aspekte im Hinblick auf die Nachhaltigkeit von Zierpflanzen.

In der Produktion, mit der sich das Projekt vom Niederrhein befasst (ein ähnliches ist jetzt in Bayern angelaufen), sind Torf, Dünger und chemische Pflanzenschutzmittel mögliche Stellschrauben, aber auch der Energieeinsatz oder die Verpackung der Produkte. Im Idealfall sind die Pflanzen nachhaltig und ressourcenschonend produziert, dem Verbraucher wird dies glaubwürdig übermittelt, er wird dadurch zum Kauf der entsprechenden Pflanzen motiviert und er ist bereit, einen angemessenen (= etwas höheren) Preis zu bezahlen, von dem nicht nur der Handel profitiert, sondern von dem auch etwas beim Gärtner ankommt.

Soweit der Idealfall. Die PlusPlants-Gruppe hat sich jetzt auf diesen Weg begeben und stellte auf der IPM ihre neue „Zero“-Topfpflanzenkollektion vor (Seite 16). Damit wollen die beteiligten Gärtner die Idee der Nachhaltigkeit nicht nur umsetzen, sondern dies auch zeigen. Auf chemische Pflanzenschutzmittel und Hemmstoffe verzichten sie bei den „Zero“-Pflanzen. Aspekte wie Torf im Substrat oder Einwegkunststoff bei Töpfen und Verpackungen stehen ebenfalls auf ihrer Agenda.

Torffreie oder torfreduzierte Substrate im Gartenbau

Auf der IPM begegnete den Besucher auch das Thema Torfersatz (Seite 48). Die Substrathersteller befassen sich mit verschiedenen Alternativen zum Torf und optimieren ihre Rohstoffe und Mischungen. Eingesetzt werden Holzfasern, aber auch Kokosmark, Kompost, Sphagnum-Moos und weiteres mehr. Natürlich müssen die torfreduzierten oder torffreien Substrate in der Praxis einwandfrei funktionieren.

Wie der Anbau pH-sensibler Pflanzen wie Calibrachoa in solchen Substraten gelingen kann, zeigte ein Versuch in Stuttgart-Hohenheim mit unterschiedlichen Düngern (Seite 56). Fazit: Der Dünger ist ein wichtiger Faktor und torfreduzierte Substrate sind bei solchen Kulturen sicherer als torffreie.

Mit flacher Vliesauflage blühen Freiland-Schnittblumen früher

Mit der Verfrühung von Schnittblumen im Freiland befasste sich in den vergangenen drei Jahren ein Versuch am LfULG in Dresden-Pillnitz. Ende Februar oder Anfang März wurden die Schnittblumenbeete flach mit Vlies abgedeckt. Dabei wurde das dünnere, preisgünstigere 19-Gramm-Vlies mit dem dickeren 30-Gramm-Vlies verglichen. Mit fortschreitender Erwärmung, spätestens in Kalenderwoche 17, wurden die Vliese wieder abgenommen.

Der Versuch zeigte, dass flache Vliesabdeckungen eine gute und einfache Methode sind, um Schnittblumen im Freiland zu verfrühen. Geeignet sind 19- wie auch 30-Gramm-Vliese. Bei zweijährigen Schnittblumen konnten Verfrühungseffekte von mehreren Tagen bis zu einer Woche erzielt werden.

Diese und viele weitere Themen aus dem Zierpflanzenbau finden Sie in der neuen Gärtnerbörse 3/2020. Einzelhefte, Abos und E-Paper gibt es im TASPO Online-Shop.

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